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Helfer unterwegs - Schriftzug
Kind im Flüchtlingslager in Belgrad
Serbien

Flüchtlingslager in Belgrad

Flüchtlinge in Belgrad Serbien
Die hygienische Situation in den Lagern ist fatal.

Es ist halb zehn morgens in Belgrad, an einem der letzten heißen Augusttage. Die vielen Flüchtlinge sind auf zwei Parks in der Nähe des Busbahnhofes verteilt und suchen bereits um diese Uhrzeit in ihren Zelten Schutz vor der Sonne. In beiden Parks stehen Wassertanks für Trink-, Dusch- und Badewasser. Einige wenige mobile Toiletten sind in den Parks verteilt. Überall stapelt sich der Müll, Abfallgeruch hängt in der Luft und es gibt keine Entsorgungsmöglichkeiten.

Syrische Flüchtlingsfamilie in Belgrad
Fadi al Apsi und seine Familie.

Fadi Al Apsi, ein dreißigjähriger Bauarbeiter, ist vor einem Monat mit seiner siebzehnköpfigen Familie aus Syrien geflohen. Sieben davon sind Kinder, das jüngste ist anderthalb Jahre. Um nach Belgrad zu kommen haben sie den Bus, Züge und Taxis genommen, aber die meiste Zeit mussten sie zu Fuß laufen. Ihr Ziel ist die EU.  

Mittlerweile harren sie schon seit fünf Tagen in Belgrad aus. 

„Wir brauchen Essen, Kleidung, Sachen für das Baby, Geld, einfach alles. Wir warten auf Geld aus Syrien, um durch Subotica und Kanjiza nach Deutschland zu kommen.“

Kinder im Flüchtlingslager in Belgrad
Die Kinder im Lager vertreiben sich die Zeit mit Ballspielen.

Fadi und seine Familie sind erschöpft. Man sieht es in ihren Augen. Die Kleider sind dreckig. Englisch beherrschen sie kaum. Allein ein fünfzehnjähriger Verwandter von Fadi spricht Englisch hilft beim Übersetzen. Er sagt, sein Vater wartet auf ihn in Deutschland. Die Frauen möchten nicht fotografiert werden, während sie versuchen einige Kleidungsstücke und Plastikteller zu waschen – die hygienische Situation ist erschreckend. Nur die Kinder sind neugierig und wollen mit jedem Besucher spielen. Zwischen Zelten, Toiletten und Müll spielen sie Fußball, um sich die Zeit zu vertreiben. Alle warten darauf, dass sie endlich weiterreisen können.  

Hygienische Situation in den Flüchtlingscamps
Mobile Toiletten sind rar.

Eine Gemeinde in Belgrad und die kulturelle Organisation „Mikser“ haben in Zusammenarbeit mit einigen NGO’s ein Infocenter für Flüchtlinge in Nemanjina eröffnet, um die Betroffenen bei Asylanträgen zu unterstützen. Zudem gibt es eine Ausgabestelle. Von 9 bis mindestens 17 Uhr warten die Flüchtlinge hier auf Nahrungsmittel, Kleidung und Medikamente – und längst nicht alle werden versorgt. Darüber hinaus erhalten sie ein Mindestmaß an medizinischer Versorgung. Viele leiden an Atemwegsinfektionen, Verdauungsproblemen und Hautveränderungen infolge der langen Märsche.   Die Situation im Flüchtlingscamp in Belgrad ist katastrophal und die Menschen leben hier unter menschenunwürdigen Bedingungen. Dazu kommt – jeden Tag treffen weitere Flüchtlinge ein. Sie brauchen unsere Unterstützung.