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Helfer unterwegs - Schriftzug
Wiederaufbau auf den Philippinen
Philippinen

Philippinen: El Nino und seine Folgen

Frauengruppe in einer philippinischen Schule
Schüler haben uns auf Philippinisch und auf Deutsch begrüßt.

Zwei Wochen nach meiner Dienstreise in die Philippinen lasse ich meine Eindrücke und Erfahrungen noch einmal Revue passieren. Vom 24. Januar bis 11. Februar habe ich sowohl unser Landesbüro in Cebu als auch unsere Projekte in Ormoc besucht. Im Landesbüro in Cebu erledigen wir die bürokratischen Angelegenheiten. Das Help-Team vor Ort besteht aus unserem Landeskoordinator, Henning Hillmer, Melody Cagigas und Hannie Alawiran, die für die Verwaltung zuständig sind und Althea Juanillo, der sich um die Buchhaltung kümmert. Während meiner ersten Tage hat es zwar in Strömen geregnet. Insgesamt ist die Taifun-Saison allerdings sehr „schwach“ ausgefallen. Das klingt erst mal nach einer guten Nachricht, es bedeutet aber auch, dass es nicht genügend Regenfälle gab. Die Folge: Felder können nicht bestellt werden und Nahrungsmittel sind knapp. Laut der „Philippine Stomospheric Geophysical and Astronomical Service Administration“ blieben die Niederschläge in vielen Regionen des Inselstaates unterm Durchschnitt. Während ich im Help-Büro sitze und es in Strömen regnet, kann ich mir kaum vorstellen, dass die Menschen unter Trockenheit leiden. Der Grund für die Trockenheit und den lange ausgebliebenen Regen ist das Wetterphänomen El Nino. Während El Nino in Südamerika für Überschwemmungen sorgt, ist auf den Philippinen Trockenheit die Folge. 

Projektarbeit in Ormoc

Schule auf den Philippinen
Die 11-jährige Majory (links) träumt davon auch später Lehrerin zu werden.

Nach einer dreistündigen Fährenfahrt erreiche ich Ormoc. Auf der Fähre werden die aktuellsten Filme gezeigt (Guardians of the Galaxy) und kleine Snacks wie Erdnüsse und Schokoladenkuchen serviert. Ich bin gespannt, wie sich unsere Arbeit auf Ormoc entwickelt. Auf Ormoc besuche ich zunächst die Schulen, an denen wir Sanierungsarbeiten durchgeführt haben. Unter anderem schaue ich mir die Schule in Isabel an. Isabel befindet sich nordwestlich von Helps Büro in Ormoc und ist ca. eine Stunde Autofahrt entfernt. 167 Kinder besuchen die Tabunok Elementary School (Grundschule) und es unterrichten sieben Lehrerinnen. Ähnlich wie in Deutschland werden die Lehrerpositionen in den Philippinen hauptsächlich von Frauen besetzt. 

Ein Überblick über unsere Arbeit auf den Philippinen

Bevor Help die Sanierungsarbeiten vorgenommen hat, mussten die Kinder in provisorisch überdachten Klassenzimmer unterrichtet werden. Der Taifun Haiyan hat in den meisten Fällen die Dächer der Schulen zerstört und als Zwischenlösung hat man Wellblech oder Plastikplanen als Überdachung genutzt. Das Problem dieser Zwischenlösung ist, dass es sehr schnell sehr heiß in den Klassenzimmern wird, was wiederum die Konzentration der Kinder beeinträchtigt. Durch die neuen Dächer und die großen Fenster haben die Klassenräume jetzt eine gute Belüftung und der Unterricht kann bei angenehmen Temperaturen stattfinden. Die Lehrerinnen berichten, dass seit der Sanierung die Resultate der Schüler besser geworden sind und es den Schülern viel mehr Spaß macht am Unterricht teilzunehmen. 

Gemeinsam mehr erreichen

Zwei freche Kinder auf den Philippinen
Nathaniel (links, 9 Jahre) und Daniel (rechts, 8 Jahre) spielen gerne zusammen Fußball.
Drei Schulkinder in der sanierten Schule
Emily (rechts) will Krankenschwester werden. Ihre Vater arbeitet auf den Reisfeldern .

 In Tacloban habe ich mir das „production center“ angeschaut, in dem Frauengruppen Taschen und Kleider nähen. Ziel des Projektes ist es Frauen, deren Häuser zerstört wurden oder die ihre Familienmitglieder verloren haben, eine Möglichkeit zu bieten, ihr eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Insgesamt wurden 100 Frauen dazu ermutigt Frauengruppen beizutreten und durch ihre Expertisen gemeinsam ihren Lebensunterhat zu verdienen. Im November 2015 hat ein „Training of Trainers“ stattgefunden. Dieses Training wurde in Zusammenarbeit mit einer lokalen philippinischen Firma durchgeführt. Den Frauen erklärt man wie man möglichst effizient Taschen anfertigt. Die Taschen werden nun von der besagten Firma verkauft. Im Anschluss wurden die Frauen darin geschult sich besser zu organisieren. Unter Anleitung wurde ihnen vermittelt, wie sie am besten Gruppen zusammenbringen und strukturiert arbeiten. Bei der ersten Versammlung hat sich die Frauengruppe in Tacloban einen passenden Namen ausgedacht: „Galak“, was so viel bedeutet wie Freude. Das Wort stellt sich außerdem aus den Anfangsbuchstaben der Projektregionen zusammen (Guiuan, Anibong Lawaan und Kalipayan). Außerdem haben sie die Führungspositionen gewählt und ein Logo erstellt. Als ich nun die Gruppe besucht habe, hatten sie gerade ihren ersten Auftrag für 100 Stuhlbezüge an Land gezogen – die Freude war groß.

Viele Grüße, eure Leona