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Helfer unterwegs - Schriftzug
Erdbeben Nepal: "Wir hatten furchtbare Angst"
Nach dem Erdbeben war die Bevölkerung Nepals auf Hilfe angewiesen. ADH/Schamberger
Nepal

Erdbeben Nepal: „Wir hatten furchtbare Angst“

Heinrich Schulz ist Mitarbeiter des Help-Teams und aktuell in Nepal tätig. Im folgenden Beitrag erzählt er von seinem Gespräch mit Krishna Bahadur Dulal, dem Familienvater von fünf Kindern.

Verteilung von Hilfsgütern nach Beben in Nepal
Verteilung der Shelter-Kits

Es ist 12.00 Uhr Mittags und die Familie von Krishna Bahadur Dulal arbeitet auf Ihrem Feld in dem kleinen Dorf Thulo Sirubani. Von der kleinen Landwirtschaft lebt eine ganze Familie. Krishna, sein Sohn und seine Schwiegertochter und deren 2 Kinder. Sie bauen Mais an, Weizen und Reis und sind stolze Besitzer eines Büffels. Für gewöhnlich arbeitet die ganze Familie auf dem Feld. Aber der 25. April 2015 ist kein gewöhnlicher Tag. Um 12.00 Uhr nepalesischer Ortszeit erschüttert ein Erdbeben der Stärke 7.9 Nepal. Auch das Dorf Thulo Sirubani im District Sindhupalchowk wird von dem Erdbeben schwer getroffen. Plötzlich, so erzählt Krishna, fing der Boden unter Ihren Füßen an zu wackeln. Jetzt beim Erzählen schüttelt er seinen ganzen Körper hin und her, um zu zeigen wie das während des Erdbebens war.

„Wir hatten furchtbare Angst“,sagt Krishna.

Zerstörungen nach dem Erdbeben in Nepal
Die Zerstörung in Thulo Sirubani im District Sindhupalchowk ist groß.

Als er wieder stehen kann, fällt sein Blick in die Richtung seines Hauses. Dort, wo gerade noch das Haus der Familie stand, sieht Krishna nur noch eine Staubwolke. Nachdem sich die Erde wieder beruhigt hat, rennt die Familie zu ihrem Haus. Der Anblick ist erschreckend. Mehr als ein Haufen Schutt ist nicht übrig geblieben. Später versucht die Familie noch ein paar Habseligkeiten aus dem Schutt zu bergen.

Heinrich Schulz im Gespräch mit der notleidenden Bevölkerung
Der Kontakt mit den Einheimischen ist mit am wichtigsten.

Im Radio hören sie dann, dass man sich besser nicht in der Nähe der zerstörten Häuser aufhalten sollte. Vorerst finden sie unter einem Verschlag eines Nachbarn Unterschlupf. Dieser bietet aber kaum Schutz vor Wind und Wetter. Mit der anrückenden Monsunzeit wird sich ihre Situation sicherlich noch verschlechtern. Was sie dann tun werden? Krishna will ein neues Haus bauen. Die Materialien und finanziellen Mittel hat er dafür nicht. Es scheint ausweglos. Doch heute gibt es für Krishna einen ersten Lichtblick. Mit seiner Familie steht er vor den Ruinen seines Hauses und hält eine Zeltplane in der Hand, die er bei der Verteilung von mehr als 600 Zeltplanen durch Help und seine Partner im Dorf Thulo Sirubani erhalten hat. Krishna und seine Familie sind glücklich, dass sie von Help Unterstützung erfahren.  

"Jetzt können wir uns erstmal eine provisorische Unterkunft bauen.“ 

Die Werkzeuge, die Help ihnen außerdem geliefert hat, werden ihnen dabei helfen. Dann kann die Familie auch beginnen den Schutt ihres Hauses wegzuräumen. Ein erster Schritt um der Familie wieder ein Stück Hoffnung und Würde zurück zu geben.