Landwirtschaft im Südsudan

Südsudan
Gemeinsam gegen den Hunger

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Der jüngste Staat der Erde versinkt in der Krise: 6,5 Millionen Menschen sind im Südsudan zurzeit vom Hunger bedroht, darunter mehr als eine Million Kinder. Help ist seit 2011 im Südsudan aktiv und unterstützt die notleidende Bevölkerung im Kampf gegen den Hunger. Darüber hinaus engagieren wir uns für die Verbesserung der Wasser- und Gesundheitsversorgung.

Die Menschen sind dringend auf Hilfe angewiesen: Spenden Sie für den Südsudan!

"Früher kam es sehr oft vor, dass Babys die Hungerperiode nicht überlebten. Aber seitdem das Team von Help in unser Dorf kommt und uns rechtzeitig mit unseren Kindern zur Behandlungsstation bringt, ist kein Kind in meinem Dorf am Hunger gestorben."

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Wie ist die Situation im Südsudan?


Hunger und Krieg: Die Leiden des jungen Staates

Am 9. Juli 2011 erklärte der Südsudan seine Unabhängigkeit vom Norden. Nach Jahrzehnten des Bürgerkrieges keimte Hoffnung auf Frieden und wirtschaftliche Entwicklung auf. Leider wurde jede Hoffnung schon im Dezember 2013 zerstört. Der Machtkampf zwischen den Anhängern des Präsidenten Salva Kiir und seinem Stellvertreter Riek Machar eskalierte. Der junge Staat wurde in einen brutalen Bürgerkrieg gestürzt, der bisher über 400.000 Menschen Todesopfer forderte. Am 22. Februar 2020 wurde zwar offiziell ein Friedensvertrag unterzeichnet. Doch die immer wieder auflodernde Gewalt im Land zeigt, wie brüchig dieser Frieden ist.

Insbesondere die Nahrungsmittelversorgung ist seit Beginn der Kämpfe prekär. 90 Prozent der Bevölkerung sind von der Landwirtschaft abhängig. Doch aus Furcht vor Überfällen und Anschlägen sind über 4 Millionen Menschen im Südsudan auf der Flucht, die Felder liegen brach. Organisationen wie Help ist es außerdem nicht möglich, die Menschen in den Kampfgebieten ausreichend zu versorgen. Solange die Gewalt anhält, werden ideale Bedingungen für eine Hungersnot und weitere Opfer geschaffen – jedes Jahr aufs Neue. 


Wie hilft Help im Südsudan?

Wasser bedeutet Leben  

Das Ziel von Help ist es, die südsudanesische Bevölkerung langfristig zu unterstützen und das Land nachhaltig zu entwickeln. Wir setzen uns für Flüchtlinge, Vertriebene und die lokale Bevölkerung in der Region Lakes State ein. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Behandlung von unterernährten Kindern und schwangeren Frauen in unseren Gesundheitszentren. Durch spezielle Nahrungsergänzungsmittel kommen die Kinder und Mütter wieder zu Kräften. 

In vielen Gegenden haben die Menschen außerdem keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sind anfällig für Durchfallerkrankungen, was verheerende Folgen haben kann. Wir bauen daher Brunnen, entsorgen volle Latrinen und bauen dem Bedarf entsprechend neue Sanitäranlagen. Durch begleitende Hygieneschulungen und die Ausbildung von Pumpenmechanikern stellen wir die nachhaltige Nutzung und Instandhaltung der Brunnen sicher. 

Radiobeitrag: Humanitärer Ausnahmezustand im Südsudan


Wieder hoffen

Anyer Bulen Dit ist 45 Jahre alt und floh vor dem Krieg aus ihrem Heimatdorf Bor. In Mingkaman fand sie Zuflucht. Durch die schlechten hygienischen Bedingungen drohte jedoch der Ausbruch von Krankheiten wie Cholera. Help hat deshalb den Menschen in Mingkaman gezeigt, wie Latrinen richtig benutzt und entsorgt werden und Hygieneschulungen gegeben. Auch die richtige Zubereitung von Essen, um es vor Schmutz und Ungeziefer zu schützen, ist für die Gesundheit der Menschen entscheidend. „Dank der Unterstützung von Help, haben wir viel gelernt. Jetzt haben wir eine größere Chance, das Auftreten und die Ausbreitung der Cholera einzudämmen.“


Fotos und Videos

Zahlen und Fakten

  • 7,5 Mio. Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen
  • 4,3 Mio. Menschen sind auf der Flucht (1,6 Mio. davon innerhalb des Landes)
  • 6,5 Mio. Menschen haben keinen gesicherten Zugang zu Nahrungsmitteln
  • 1,3 Mio. Kinder im Südsudan sind akut unterernährt
  • Nur 11% der Bevölkerung hat Zugang zu Sanitäranlagen

Quellen: OCHA, WFP, WHO

  • Hilfe für ca. 172.000 Betroffene
  • Bau von 12 Zentren zur Behandlung von Unterernährung, in denen wir 30 Krankenpfleger:innen ausbilden und jedes Jahr 4.000 stark unterernährte Kinder behandeln. 
  • Bau und Reparatur von 273 Brunnen, die 136.500 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgen.
  • Bildung von 259 Wasserkomitees, die für die tägliche Instandhaltung der Wasserstellen verantwortlich sind.
  • Ausbildung von 85 Pumpenmechaniker:innen 
  • Wasserkanister für 10.000 Haushalte
  • Bau von 1.800 Latrinen
  • Entsorgung von 600 benutzten Latrinen
  • Hygiene-Schulungen für 70.000 Menschen
  • Hygieneartikel für 1.500 Mädchen speziell für die Menstruationshygiene

Stand: 03/2020

Südsudanesisches Kind

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Autor: Robin Walter