Nachhaltige Landwirtschaft

Gut für Mensch und Umwelt

Verdorrte Pflanzen, sintflutartige Regenfälle, ausgetrocknete Brunnen – die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels für die Landwirtschaft sind schon heute deutlich spürbar. Insbesondere in den Ländern des globalen Südens ist die Lage ernst: 80 Prozent der Menschen sind hier von Landwirtschaft abhängig. Ihre Ernährungs- und Existenzgrundlage ist akut in Gefahr.

Doch die Landwirtschaft ist nicht nur Opfer des Klimawandels, sie trägt auch zur Krise bei: Rund 11 Prozent der weltweiten Treibhausgase stammen aus Agrarbetrieben – 100 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr. Darüber hinaus haben zunehmende Monokulturen, der übermäßige Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden sowie die steigende Nachfrage nach Fleisch- und Milcherzeugnissen verheerende Folgen für die Umwelt, insbesondere für die Artenvielfalt. 

Höchste Zeit, umzudenken! Um die Herausforderungen des Klimawandels zu meistern, macht sich Help stark für nachhaltige und umweltfreundliche Landwirtschaft. Nur so können wir Kleinbäuer:innen weltweit Perspektiven eröffnen und zugleich das Wohlergehen unseres Planeten sichern.



Wir schauen uns die Tricks der Natur an: Nährstoffe werden hier am Standort recycelt, es ist ein ewiger Kreislauf. Wenn wir es schaffen, diese natürlichen Kreisläufe auf dem Acker zu imitieren, bauen wir eine Landwirtschaft für die Zukunft auf.

Dominika Schneider, Referentin für Landwirtschaft und ökologische Nachhaltigkeit bei Help


Vielfalt statt Einfalt

Nachhaltige Landwirtschaft orientiert sich eng am Vorbild Natur, ohne das Wohlergehen der Menschen aus den Augen zu verlieren. Dazu gehören:

  • Der Schutz von Klima, Umwelt und Artenvielfalt
  • Ressourcenschonende Anbauweisen
  • Anpassungsstrategien an den Klimawandel
  • Der minimale Einsatz von fossilen Brennstoffen und nicht erneuerbaren Ressourcen
  • Würdige und gleichberechtigte Arbeitsbedingungen

Für die Menschen im globalen Süden bietet nachhaltige Landwirtschaft die Chance, die ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen effektiver zu nutzen und gleichzeitig ökologische Grenzen zu achten. Help unterstützt daher Kleinbäuer:innen beim Aufbau des Wissens über die nachhaltige Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln und stellt entsprechende Technik bereit. 

Vor allem vier Faktoren spielen eine entscheidende Rolle:

Böden: Böden sind die Basis für jede Form von Landwirtschaft. Ihre Beschaffenheit und Gesundheit steht daher im Zentrum aller Landwirtschaftsprojekte von Help. Die Bäuer:innen lernen die Besonderheiten einzelner Bodentypen kennen und erhalten ausführliche Informationen, wie sie ihre Äcker nachhaltig düngen, vor Erosion schützen und die organische Bodensubstanz erhöhen können. Die angewandten Methoden ermöglichen nicht nur die langfristige Nutzung der Böden, sondern meist auch eine Steigerung der Erträge. 

Wasser: Wasser ist die Voraussetzung allen Lebens – und eine knappe Ressource in vielen Projektregionen von Help. Wir zeigen den Bäuer:innen daher, wie sich Regen- und Grauwasser effektiv nutzen lassen, wie Tröpfchen-Bewässerung oder Hydrokulturen funktionieren und mit welchen Methoden (z.B. Mulchen) sie ihre Böden vor Austrocknung schützen können.

Saatgut: Die Wahl der richtigen Samen ist entscheidend dafür, ob eine Ernte reich ausfällt. Pflanzen, die nicht ideal an den Boden oder das Klima angepasst sind, ergeben oft schlechte Erträge – mit fatalen Folgen für die Bäuer:innen. Help berät sie daher bei der Auswahl von geeigneten Pflanzen, stellt ihnen Saatgut zur Verfügung und informiert sie über die Gefahren von Monokulturen und die Vorteile landwirtschaftlicher Vielfalt.

Pestizide: Der Einsatz von Agrargiften ist fatal für die Umwelt, insbesondere die Artenvielfalt. Help zeigt den Bäuer:innen daher, wie sie ihre Felder möglichst ohne chemische Pestizide schützen können, zum Beispiel mit einer mechanischen Unkrautregulierung oder durch pflanzliche Vielfalt. 


Nachhaltige Landwirtschaftsprojekte

Naher Osten: Zukunft pflanzen

Der Nahe Osten gilt als die Wiege der modernen Landwirtschaft. Doch jahrzehntelanger Krieg und Terror haben die Lebensgrundlage der Bäuer:innen in Ländern wie Syrien und dem Irak vernichtet. Felder liegen brach, Bewässerungssysteme sind zerstört. Die Preise für Dünger oder Saatgut sind kaum noch bezahlbar, staatliche Unterstützung gibt es kaum. Die Folge: Millionen Menschen finden keine Arbeit und sind von Hilfsgütern abhängig.

Help setzt in der Region auf nachhaltige Landwirtschaft, um neue Perspektiven keimen zu lassen. Wir erneuern die Wasserversorgung, verteilen Saatgut und Düngemittel und bieten Trainings zu ökologisch nachhaltigen Anbau- und Bewässerungstechniken. Insbesondere Familien, die in ihre Heimat zurückkehren, erhalten so die Chance, sich wieder selbst zu versorgen und einen Neuanfang zu wagen.


Sahelzone: Ackerbau mit Sonnenkraft

Für die Menschen in der afrikanischen Sahelzone wird es immer schwieriger, ihre Familien zu ernähren. Infolge des Klimawandels nehmen extreme Wetterereignisse wie Dürren und Überschwemmungen zu. Ernten fallen aus, Flüsse und Brunnen vertrocknen. Insbesondere Frauen und Kinder verbringen täglich mehrere Stunden mit der Beschaffung von Wasser. 

Um den Zugang zu Trinkwasser zu verbessern, nutzt Help eine Ressource, die es im Sahel reichlich gibt: Sonnenkraft. In Ländern wie Burkina Faso und Tschad bohren wir Brunnen und statten diese mit solarbetriebenen Pumpen aus. Zudem schult Help die Menschen in nachhaltigen Anbaumethoden sowie Transport- und Verkaufstechniken. Die Familien erhalten so die Chance, selbstständig ihre Ernährung zu sichern und ein stabiles Einkommen zu erzielen.

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Jordanien: Grüne Oasen in der Stadt

Vier Millionen Menschen leben in der jordanischen Hauptstadt Amman, darunter Hunderttausende Flüchtlinge. Die Versorgung all dieser Menschen mit Lebensmitteln und Wasser ist in der heißen und trockenen Region eine enorme Herausforderung. Nachhaltige Landwirtschaft in Form von Urban Gardening ist der Schlüssel für eine grünere und gerechtere Zukunft.

Help verwandelt die Dächer von Mehrfamilienhäusern, Schulen und sozialen Einrichtungen in blühende Oasen. Bedürftige Familien erhalten so die Chance, mitten in Amman Gemüse, Obst und Kräuter anzubauen und Zeit im Grünen zu verbringen. Technologien wie Tröpfchen-Bewässerung, Grauwasser-Recycling und Hydrokultur-Systeme sorgen dafür, dass die Anbauweise deutlich effizienter und wasserschonender ist als bei herkömmlichen Farmen. 

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