Helfer sprechen mit Betroffenen des Erdbebens in Afghanistan

Afghanistan
Nothilfe nach Erdbeben

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Anfang Oktober erschütterten mehrere schwere Erdbeben Afghanistan. 1.000 Menschen kamen dabei ums Leben, viele Dörfer im Nordwesten des Landes wurden vollkommen zerstört. Help hat umgehend erste Nothilfe-Maßnahmen eingeleitet und unterstützt betroffene Familien in Notunterkünften finanziell. Weitere Maßnahmen sind in Planung.

Die Betroffenen des Erdbebens sind dringend auf Ihre Unterstützung angewiesen: 

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Wie ist die Situation in Afghanistan?

Terror ist in Afghanistan Alltag

Krieg, Gewalt und Unterdrückung bestimmen seit Jahrzehnten den Alltag der Menschen in Afghanistan. Nach der Invasion und anschließenden Besetzung durch die Sowjetunion (1979-1989) folgte ein jahrelanger Bürgerkrieg, der in der Machtergreifung der Taliban gipfelte. Infolge der Anschläge vom 11. September 2001 stürzte die internationale Koalition zwar das Schreckensregime in Afghanistan, die Gefahr für die Zivilbevölkerung durch tägliche Terroranschläge blieb aber weiter bestehen. 

Heute ist Afghanistan erneut Schauplatz einer humanitären Krise. Infolge des Abzugs der NATO- und US-Truppen, deren Einsatz in den letzten Jahren für eine gewisse Stabilität gesorgt hat, sind die Kämpfe in dem zerrütteten Land wieder aufgeflammt. 2021 haben die Taliban innerhalb weniger Wochen den Großteil Afghanistans zurückerobert und die Kontrolle in Kabul übernommen. Aus Angst vor den neuen Machthabern versuchen seither etliche afghanische Familien aus ihrem Land zu fliehen – meist vergeblich. Über 29 Millionen Menschen in Afghanistan sind derzeit auf humanitäre Hilfe angewiesen. Insbesondere Frauen und Kinder in Afghanistan sind stark gefährdet. Im Oktober 2023 haben mehrere schwere Erdbeben die Situation im Land zusätzlich verschärft: Schätzungsweise sind 17.000 Menschen unmittelbar betroffen.


Wie hilft Help in Afghanistan?


Zukunft schaffen für Kinder und Jugendliche

In den vergangenen 20 Jahren hat sich Help vor allem dafür eingesetzt, jungen Menschen eine selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen. Daran knüpfen wir nun erneut an und fördern die Berufsausbildung in den westlichen Provinzen Herat, Badghis, Ghor und Farah. Junge Frauen und Männer erhalten neben der sechsmonatigen Ausbildung in handwerklichen Berufen unter anderem Nahrungsmittelhilfe und psychische Betreuung. Im Anschluss sind sie in der Lage, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften.

Darüber hinaus widmen wir uns dem Schutz von Kindern in Not: Wir betreiben zwei Waisenhäuser in Herat, haben Nothilfedienste für Gewalt gegen Kinder eingerichtet und leisten psychosoziale Unterstützung für Kinder, Jugendliche und ihre Betreuungspersonen.

Zusätzlich stärken wir die Gesundheitsversorgung an der Grenze zum Iran: In unserem Gesundheitszentrum werden täglich über 2.000 Menschen untersucht, um insbesondere die Prävention und die frühzeitige Erkennung von übertragbaren Krankheiten zu ermöglichen.

In den Monaten nach der Machtübernahme der Taliban fokussierte sich unser Einsatz vor Ort auf Nothilfe-Maßnahmen: Wir haben Lebensmittel verteilt und Familien beim Kauf von Winterkleidung und Hygieneartikeln unterstützt. Von 1981 bis 1997 wurden in Afghanistan und den Nachbarländern zahlreiche Projekte in den Bereichen, Bildung, Gesundheit und Landwirtschaft umgesetzt. Nur während der Taliban-Herrschaft von 1998 bis 2001 hat Help keine Projekte in Afghanistan umgesetzt.


Factsheet: Afghanistan – Hoffnung in der Krise

  • Factsheet: Afghanistan – Hoffnung in der KriseHelp ist weiterhin vor Ort und unterstützt die notleidende Bevölkerung: Wir stärken die gesundheitliche Versorgung von Vertriebenen, engagieren uns für den Schutz von Kindern und fördern die Berufsausbildung von jungen Menschen. (Stand: Oktober 2022) Datei öffnen

Fotos und Videos

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Zahlen und Fakten

  • 29,9 Millionen Afghan:innen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter 15,8 Millionen Kinder in Afghanistan. (06/2023)
  • Hungerkatastrophe in Afghanistan: Rund 19,6 Millionen Menschen sind nicht in der Lage, sich selbst zu ernähren. (05/2022)
  • 5,2 Millionen Menschen aus Afghanistan sind in die Nachbarländer geflüchtet (06/2023)
  • Vertreibung in Afghanistan: Rund 23 Millionen Menschen sind Flüchtlinge im eigenen Land. (06/2023)
  • Erdbeben in Afghanistan: 1.000 Menschen starben, 2.000 Menschen wurden verletzt, 20 Dörfer wurden vollständig zerstört (10/2023)

Quelle: ReliefWeb

  • Im Winter 2022/23 haben wir 6.000 Familien mit Winterhilfepaketen (warme Kleidung und Schuhe für sieben Personen, 2 Decken, Holzöfen und 400 kg Brennholz) oder dem Geldwert eines Winterhilfepakets versorgt.
  • Wir bilden 3.250 afghanischen junge Menschen in handwerklichen Berufen aus, davon sind 1.250 weiblich.
  • 65 % der Ausgebildeten gehen anschließend einer festen Beschäftigung mit regelmäßigen Einkommen nach oder sind selbstständig tätig.
  • 2.150 Menschen werden täglich in unserer Klinik an der Grenze zum Iran untersucht. Über die gesamte Laufzeit des Projekts werden über 1,5 Millionen Menschen medizinisch versorgt.
  • 10.200 stark gefährdete, von Konflikt betroffene Kinder und Jugendliche sowie ihre Betreuungspersonen erhalten psychosoziale Unterstützung.
  • In unseren Waisenhäusern in Herat kommen 245 Kinder unter und erhalten z. B. Schulmaterialien, Hygieneartikel und Decken.
  • 400 Schulmitarbeitende und Ehrenamtliche werden zum Thema Minenrisiken geschult und klären anschließend über 41.000 Kinder und 24.000 Eltern über die Gefahren von Minen und anderen Sprengstoffen auf.
  • Im Rahmen unserer Nothilfe erhielten letzten Winter 1.400 Familien finanzielle Unterstützung oder Pakete mit Lebensmitteln.
  • In Afghanistan kam durch Help die erste deutsche Minenräumerin zum Einsatz.

Zwei Männer freuen sich über Hilfsgüter von Help

Ihre Spende für Afghanistan

Spenden Sie jetzt für unsere Nothilfe in Afghanistan.

IBAN: DE47 3708 0040 0240 0030 00
BIC: DRES DE FF 370
 


Aktuelles aus unseren Projekten

Fragen und Antworten zu unserer Hilfe in Afghanistan

Im Juli 2021 zogen die NATO- und US-Truppen nach einem 20-jährigen Einsatz aus Afghanistan ab. Innerhalb kürzester Zeit übernahmen die radikal islamischen Taliban erneut die Herrschaft in Afghanistan und haben die Entwicklungserfolge der letzten 20 Jahre größtenteils zunichte gemacht.

Die humanitäre Not im Land ist groß: Knapp 20 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen, zahlreiche Menschen sind aus Angst vor den neuen Machthabern auf der Flucht. Sie sorgen sich sehr um ihre Sicherheit. Insbesondere ehemalige Mitarbeiter:innen internationaler Organisationen und ihre Familien haben Angst, von den Taliban gefoltert und getötet zu werden.

Am 7. und am 11. Oktober 2023 sorgten zwei Erdbeben der Stärke 6,3 für eine erneute Verschärfung der humanitären Lage. 20 Dörfer wurden zerstört, 1.000 Menschen kamen ums Leben, 2.000 Menschen wurden verletzt. Laut UN-Angaben sind etwa 17.000 Menschen von den Erdbeben und ihren Folgen betroffen.

Bei der Auswahl von sogenannten Begünstigten legt Help großen Wert auf Unabhängigkeit, Bedarfsgerechtigkeit und Inklusion. Wir erkennen die Gleichheit aller Menschen in ihrer Vielfalt und ihren Lebenslagen an. Vorrang haben für uns besonders vulnerable Gruppen, die infolge von sozialen, kulturellen oder politischen Dynamiken marginalisiert werden. Zudem stimmen wir uns bei der Auswahl mit anderen Hilfsorganisationen ab, um effizient und niedrigschwellig die bestmögliche Hilfe zu leisten.

Zu vulnerablen Gruppen zählen z. B. Familien oder Haushalte mit alleinerziehenden Frauen, Menschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten, ältere Menschen, Haushalte mit Waisen oder Menschen, die wirtschaftlich geschwächt sind.

Bargeldzahlungen oder Gutscheine stellen eine im Sinne der humanitären Prinzipien würdevolle Form der Unterstützung dar. Mit Bargeldunterstützungen können Menschen in Krisensituationen selbstbestimmt und uneingeschränkt entscheiden, für welchen Zweck sie das Geld einsetzen, beispielweise für die Beschaffung von Lebensmitteln und Kleidung oder die Bezahlung von Unterkünften.

Bargeld ist vor allem ein wirksames Instrument, um auf die Präferenzen von Menschen in Krisensituationen besser eingehen und auf humanitäre Bedarfe schneller reagieren zu können.

Für Afghaninnen ist die erneute Machtübernahme der Taliban ein herber Rückschlag. In den letzten 20 Jahren haben sie hart für ihre Rechte gekämpft und viele Fortschritte erreicht: Sie durften beispielsweise zur Schule gehen, studieren, lehren, als Juristinnen arbeiten und an politischen Entscheidungsprozessen teilhaben.

Trotz der Versprechen der Taliban, Frauenrechte zu respektieren und Freiheiten zu gewähren, zeichnete sich innerhalb weniger Monate ein anderes Bild ab: Journalistinnen, Aktivistinnen, Politikerinnen und Juristinnen werden massiv bedroht, Mädchen wird der Zugang zu weiterführenden Schulen verwehrt und die Burka-Pflicht wurde wieder eingeführt.

Besonders wichtig für Frauen und Mädchen ist der Zugang zu Bildung. Help fokussiert sich deshalb auf die Förderung von Berufsausbildungen. Zusätzlich betreiben wir Waisenhäuser und engagieren uns für den Schutz von Mädchen und Jungen. Sowohl die Auszubildenden als auch Kinder erhalten im Rahmen unserer Projekte psychische Unterstützung.

Sie können ganz einfach und sicher online für unsere Arbeit in Afghanistan spenden. Alternativ haben Sie die Möglichkeit, Ihre Spende auf unser Spendenkonto zu überweisen:

Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V.
IBAN: DE47 3708 0040 0240 0030 00
BIC: DRES DE FF 370
Stichwort: Afghanistan

Ab einem Spendenbetrag von 10 Euro wird Ihnen automatisch eine Spendenbescheinigung ausgestellt. Spendenbescheinigungen für Spenden, die 2022 eingegangen sind, werden im Januar 2023 postalisch verschickt.

Help – Hilfe zur Selbsthilfe ist ein eingetragener Verein (e.V.) mit Sitz in Deutschland. Wir engagieren uns seit über 40 Jahren in der Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Unser sorgfältiger und transparenter Umgang mit Spenden wird regelmäßig von unabhängigen Prüfstellen bestätigt. In unserem Jahresbericht legen wir alle Zahlen offen.

Help ist Mitglied im Deutschen Spendenrat, wurde mit dem Spendenzertifikat für Transparenz und dem DZI-Spendensiegel ausgezeichnet und ist Mitglied in der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.

Erfahren Sie mehr zum Thema Transparenz und Kontrolle.

Kontakt

Julian Loh
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Autor: Help-Redaktionsteam