Spenden Südosteuropa: Resozialisierung - Gefängnis in Serbien

Resozialisierung

Ausbildungs- und Einkommensförderung hinter Gittern

Jeder macht Fehler, doch manche Menschen machen schwerwiegendere Fehler als andere. Nicht selten werden Menschen aus der Not heraus kriminell. Vor allem junge Männer verspüren den Druck, ihre Eltern und Geschwister finanziell unterstützen zu müssen oder haben bereits eine eigene Familie, die sie aufgrund fehlender Jobmöglichkeiten nicht versorgen können. Verzweiflung und Traumata können zudem zu Gewaltakten führen. Das Ergebnis: Die Betroffenen landen in Haftanstalten. Von dort aus können sie ihre Familien noch weniger unterstützen und werden vielleicht sogar verstoßen.


Unterstützung statt Strafe

Das Absitzen einer Gefängnisstrafe reicht selten aus, damit Betroffene sich nach ihrer Entlassung für einen besseren Lebensweg innerhalb der Gesellschaft entscheiden.

Vielmehr staut sich Frust auf, und die Gewalt- und Kriminalitätsbereitschaft steigt. Je mehr Jahre vergehen, umso schwieriger wird es, in der „realen“ Welt Fuß zu fassen.

Schnell landen die Entlassenen wieder hinter Gittern, denn hier fühlen sie sich geschützt und hier haben sie Freunde gewonnen. Die Menschen müssen bereits während des Freiheitsentzugs auf ein geregeltes Leben vorbereitet werden. Ausbildungsmöglichkeiten und Arbeitsplätze schaffen Perspektiven und Sicherheit.


Berufliche und soziale Kompetenzen entwickeln

Die Förderung von Arbeit und Ausbildungsmöglichkeiten ist in den Strafanstalten in Südosteuropa nicht neu. In einigen Ländern müssen die Gefängnisse bis zu 50 Prozent ihrer Ausgaben selbst erwirtschaften. Alleine dadurch agieren sie wie Sozialunternehmen.

Trotz der Unterstützung seitens der Justizbehörden, kann der Bedarf an Arbeitsstellen jedoch nicht gedeckt werden.

Zudem scheint die Zeit in den Strafanstalten stehengeblieben zu sein. Die Maschinen sind veraltet, viele Arbeitsschritte erfolgen manuell und die Schlafunterkünfte erinnern an Baracken.

Help hat 23 Strafanstalten mit Maschinen und Materialien zur Erweiterung der Arbeitsplätze in den internen landwirtschaftlichen Betrieben, Schreinereien, Bäckereien, im Stahlbau, aber auch in den Hundeschulen und Pferdehöfen ausgestattet. Die produzierten Güter werden nicht nur verkauft, sondern kommen auch den Gefangenen selbst zugute, wie zum Beispiel Betten und Nahrungsmittel. Jeder neue Arbeitsplatz bedeutet eine bessere Versorgungssituation und neue Chancen für die Zukunft.


Im Rahmen der Berufsausbildung kooperieren Help und die Justizvollzugsanstalten mit Berufsschulen, wodurch die Auszubildenden ein anerkanntes Zertifikat erhalten, das keinerlei Rückschlüsse darauf zulässt, dass die Ausbildung in der Haftanstalt absolviert wurde. Die Chance, nach der Strafzeit eine Anstellung zu finden, steigt damit maßgeblich. Help integriert Entlassene zusätzlich in die Programme zur Kleinwirtschaftsförderung. Dadurch wird den Betroffenen eine weitere Möglichkeit geboten, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten.

Dass Arbeitsplätze und damit die tagtägliche Beschäftigung der Insassen positive Auswirkungen auf das Zusammenleben im Gefängnis haben, bestätigt der stellvertretende Direktor der größten Haftanstalt Serbiens „Sremska Mitrovica“. Er berichtet, das Miteinander sei friedlicher geworden und es gebe weniger Gewalt unter den Häftlingen. Besonders entlastend sei auch, dass die Strafgefangenen durch ein regelmäßiges Einkommen ihre Familien unterstützen können und diese nicht mittellos zurückblieben. Diese Chance, die an viel Disziplin und soziales Miteinander geknüpft ist, verspielen sich die Wenigsten und durchlaufen einen erfolgreichen Entwicklungsprozess.


"Wenn man durch die Wüste läuft und plötzlich auf eine Oase stößt – das ist unser Bild von Help.“
Nenad Draganovic, Stellvertretender Direktor der Haftanstalt "Sremska Mitrovica"



Das haben wir erreicht: 

  • In 23 Haftanstalten wurden die Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten erweitert
  • Über 2.700 Personen haben von Berufstrainings profitiert
  • Spezialschulungen zur Verhütung von Suiziden und Selbstverletzungen, Wutbewältigung etc. wurden von über 1.200 Angestellten und 69 Strafgefangenen besucht und von zwei Haftanstalten in den Lehrplan aufgenommen.
  • 67 Familien wurden durch die Bereitstellung von Sachleistungen an ehemalige Häftlinge nachhaltig wirtschaftlich gestärkt

(Bisherige Investition: 822.000 €)



"Es ist äußerst schwierig, einen Job zu bekommen und Familie und Freunde zu behalten, wenn man nicht die Wahrheit sagt. Dank der Gefängnisleitung und der Unterstützung von Help, die mir die Ausbildung für die Arbeit mit Pferden ermöglicht und mir die Ausrüstung gestellt haben, erhielt ich die Chance, im ,Srem-Reitzentrum‘ zu arbeiten. Mit dieser Arbeit verdiene ich jetzt ein geregeltes Einkommen, das Stabilität für mein neues Leben bedeutet.“, sagt B.K.

Spenden Südosteuropa: Help fördert Ausbildungen in Gefängnissen

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