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Rohbau für syrische Flüchtlinge

Uns sind die Hände gebunden

6 Jahre Krieg in Syrien: Hilfsorganisationen fordern Zugang

Aktion vorm Bundestag: Uns sind in Syrien die Hände gebunden
©Mike Auerbach

Am 15. März geht die Syrienkrise in ihr siebtes Jahr. Ein Ende der Auseinandersetzungen ist bis heute nicht in Sicht. Aus den anfänglich friedlichen Forderungen nach mehr sozialer Gerechtigkeit wurde schnell ein blutiger Bürgerkrieg, der auf allen Seiten zahllose Opfer gefordert hat. Nach UN-Angaben sind in Syrien derzeit 13,5 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, knapp die Hälfte davon Kinder. Viele Syrer haben das Land verlassen.

„Eine Verschärfung der Lage bahnt sich an“

Mit mehr als sechs Millionen Heimatvertriebenen, die vor den Kampfhandlungen in die großen Städte und deren Umland geflohen sind, hat sich die humanitäre Lage in Syrien über das letzte Jahr weiter verschlechtert. Nach Ende der Kämpfe in Aleppo scheint etwas mehr Ruhe eingekehrt, trotzdem fordert die Krise weiterhin ihren Tribut – vor allem bei den Ärmsten. Sanktionen und Hyperinflation verschlechtern die Situation zusätzlich.

Aktion vorm Bundestag: Uns sind in Syrien die Hände gebunden
Karin Settele, Geschäftsführerin von Help, vor dem Bundestag©Mike Auerbach

„Große Teile der im Land verbliebenen Syrer können sich das Überlebensnotwendige nicht mehr leisten. Eine Verschärfung der humanitären Lage von Millionen Menschen bahnt sich an, wenn nicht bald deutlich mehr Hilfe in Syrien ankommt“, so Karin Settele, Geschäftsführerin von Help – Hilfe zur Selbsthilfe.

Help in Syrien

Help versorgt die Menschen in Syrien mit Nahrungsmitteln, Hygiene- und Küchenartikeln sowie Matratzen und leistet Miet- und medizinische Beihilfen. Mit dem Wiederaufbau der Wasser- und Sanitärinfrastruktur, haben Hunderttausende wieder Zugang zu Wasser: In Al Hussainiyah südlich von Damaskus etwa stellt Help die Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung wieder her. Für Kinder und Jugendliche organisiert Help Notschulunterricht und Fachlehrgänge, da zahlreiche Schulen zerstört sind. So will die Organisation Schulen in und um Damaskus sanieren und wieder aufbauen.

Interview bei Deutschlandradio Kultur (15.03.17) zum 6. Jahrestages des Kriegs in Syrien
Help-Projektreferent Kayu Orellana berichtet über die aktuelle Situation in Syrien.


Aktion vor dem deutschen Bundestag

Fast fünf Millionen Syrer befinden sich außerhalb der Reichweite von Hilfsorganisationen wie Help. Aktuelle Kampfhandlungen, die schwierige Sicherheitslage und Blockaden erschweren den Zugang erheblich. Doch auch verweigerte Genehmigungen für Hilfstransporte, nicht eingehaltene Feuerpausen oder Uneinigkeit über Zugangsrouten machen eine ausreichende und effiziente Hilfe unmöglich. Laut den Vereinten Nationen erhalten nur 10 Prozent der Hilfskonvois Zugang zu den schwer erreichbaren und belagerten Gebieten.


Den Hilfsorganisationen sind die Hände gebunden. Unter diesem Motto haben sich am 9. März über 20 Organisationen versammelt und Zugang zu den belagerten Gebieten gefordert. Mehr als 100 humanitäre Helfer und Vorstandsmitglieder positionierten sich mit verbundenen Händen vor dem Bundestag, während Pressemitteilungen der Hilfsorganisationen aus den vergangenen sechs Jahren vorgelesen wurden – eine Erinnerung an die Gräuel des Konflikts. Im Anschluss an die Aktion fand ein parlamentarischer Abend statt, zu dem der Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Prof. Dr. Matthias Zimmer, einlud.

Help hat sich an der Aktion beteiligt und auf die verheerende Lage aufmerksam gemacht. Help ist eine von nur wenigen internationalen Hilfsorganisationen, die in Syrien Projekte selbst umsetzt.

Aktion vorm Bundestag: Uns sind in Syrien die Hände gebunden
Als Zeichen der Hilflosigkeit versammelten sich Mitglieder der Hilfsorganisationen mit gebundenen Händen.©Mike Auerbach
Aktion vorm Bundestag: Uns sind in Syrien die Hände gebunden
Die 20 teilnehmenden Organisationen.©Mike Auerbach
Aktion vorm Bundestag: Uns sind in Syrien die Hände gebunden
Wir beteiligten uns, um auf die schwierige Lage in Syrien aufmerksam zu machen.©Mike Auerbach
Syrische Flüchtlingskinder

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