Montenegro – Arbeit und Wohnraum für Flüchtlinge und sozial Benachteiligte

Die Hilfsprojekte von Help in Montenegro haben das Ziel Bedingungen und Strukturen herzustellen, die Flüchtlinge und Vertriebenen sowie sozial benachteiligten Einheimischen eine Eingliederung in die montenegrinische Gesellschaft erlauben. Dies wird erstens erreicht durch Maßnahmen, die der Zielgruppe direkt zu Gute kommen. Zweitens führt Help Maßnahmen durch, die die Bereitschaft und Kapazität der betroffenen Gemeinden zur Eingliederung von Flüchtlingen und Vertriebenen fördern. Ein wichtiges Kriterium für die erfolgreiche Arbeit in Montenegro ist die enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, staatlichen Stellen, dem UNHCR sowie anderen internationalen Institutionen.
Wohnraum für Flüchtlinge und sozial Bedürftige
In Niksic entstand ein Neubau mit 22 Wohnungen für die Bewohner des letzten offiziellen Flüchtlingslagers in Montenegro. Vier der Wohnungen sind für einheimische Familien zur Verfügung vorgesehen. In Berane wurden 24 Fertighäuser für aus dem Kosovo vertriebene Romafamilien erbaut, die jahrelang unter ständiger Furcht gelebt hatten, ihre temporären Unterkünfte verlassen zu müssen. Fast 200 Menschen fanden durch diese Maßnahme eine dauerhafte und sichere Unterkunft. Durch die Errichtung von 12 Fertighäusern in Andrijevica und 7 Fertighäusern in Herceg Novi konnten weitere 19 Flüchtlingsfamilien ihre Lebensbedingungen deutlich verbessen. Darüber hinaus erhielten 20 Familien Baumaterialien für den Selbstbau ihres neuen Heimes und weitere 27 Familien erhielten genügend Baumaterialien, um ihre unvollständigen Häuser fertigzustellen.
Die größte Baumaßnahme beinhaltete den Neubau einer palliativen Pflegeeinheit im Altersheim „Grabovac“ in Risan. Auf einer Gesamtnutzfläche von annähernd 4.000 m² entstanden neue Räumlichkeiten für die Unterbringung und Versorgung alter und chronisch kranker Menschen. Das neue Grabovac-Heim ist seit 2008 ein Zuhause für pflegebedürftige, alleinstehende ältere Menschen, die ihre Heimat während des Krieges verloren haben und im Alter ohne Absicherung und familiäre Hilfe nicht allein zu recht kommen.
Die Bauprogramme von Help wurden durch finanzielle Zuwendungen der Europäischen Union, der deutschen Bundesregierung im Rahmen des Stabilitätspaktes für Südosteuropa sowie des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen unterstützt.
Förderung von Einkommen schaffenden Maßnahmen
Mit Einkommen schaffenden Maßnahmen fördern wir überdies Handwerk, Landwirtschaft und Kleingewerbe und geben den Menschen – bei einer Arbeitslosenquote von bis zu 50% - eine berufliche Zukunft und damit die Möglichkeit zur selbstständigen Existenzsicherung. Mit einem Startkapital von Produktionsmitteln im Wert von rund 1.500 Euro wird so der Grundstein für eine berufliche Existenz gelegt und der erste Schritt aus der Armut getan. Die Unterstützung gibt es nicht ganz umsonst: Die Begünstigten sind verpflichtet, 15% des Wertes der erhaltenen Produktionsmittel in bar zurück zu zahlen. Die Rückzahlungen fließen in Gemeindeprojekte und werden in öffentliche Einrichtungen investiert, wie z.B. die Einrichtung eines Kindergartenspielplatzes.
Die auch wirtschaftlich relevante Intervention wurde von der Europäischen Union sowie von Caritas Luxemburg und der montenegrinischen Regierung unterstützt.
Erstes Büro im Jahr 1999
Help arbeitet seit 1999 in Montenegro. 1999 war ein überaus schwieriges Jahr für humanitäre Organisationen dort. Die Anzahl wie auch die Zusammensetzung der Hilfsbedürftigen veränderte sich dramatisch. Im Mai des Jahres kamen bis zu 84.000 Kosovo-Albaner ins Land und nach deren plötzlicher Rückkehr im Juli strömten die während der Krise im Kosovo verbliebenen Serben, Montenegriner und Roma nach Montenegro. In Montenegro selbst war die sozio-ökonomische wie auch die wirtschaftliche Situation brisant. Zur Bewältigung der immensen Krise, die die Entwicklung im Kosovo hervorgerufen hatte, flossen auch umfangreiche Hilfsmittel nach Montenegro. Dies erlaubte es den Hilfsorganisationen, ihre Hilfe auch auf die völlig mittellosen Montenegriner auszudehnen: Sozialhilfeempfänger, Personen in sozialen Institutionen und andere, die sich nicht mehr selbst helfen konnten. Zwischen April 1999 und Mai 2001 versorgte Help Hilfsbedürftige im ganzen Land mit humanitären Hilfsgütern, wie Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln usw.

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