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Helfer unterwegs - Schriftzug
Nepalesisches Schulkind
Nepal

Gemeinsam erreichen, was allein unmöglich ist

Help ist seit dem Erdbeben im April 2015 in Nepal aktiv. Genauer gesagt engagieren wir uns in der Gemeinde Thulo Sirubari im Distrikt Sindhuplachok. Im Anschluss an die unmittelbare Nothilfephase begannen wir mit dem Wiederaufbau der zerstörten Schulen. Darüber hinaus initiierten wir Aktivitäten zur Stärkung der Resilienz, damit die arme Bevölkerung vor zukünftigen Katastrophen besser gewappnet ist. Resilienz bedeutet, dass wir die Menschen auf mögliche Katastrophen vorbereiten. Wir versetzen die Einwohner von Thulo Sirubari in die Lage, sich selbst zu organisieren und langfristig selbst zu versorgen.   

Projektreferentin Simone Walter in Nepal

Um dies zu realisieren, haben wir sogenannte „Income Generation Groups (IGG)“ (Einkommensbildungs-Gruppen) ins Leben gerufen. Dieses Konzept klang für mich bisher immer etwas abstrakt, daher bin froh, dass ich auf meiner Reise Anfang Juni in die Projektregion mit Mitgliedern dieser Gruppen sprechen und mich von dem Konzept überzeugen konnte. Ich werde versuchen es aus dem Abstrakten zu heben und hier zu erklären:
In ganz Thulo Sirubari leben knapp 10.000 Menschen. Im Mai 2016 wurden 58 IGGs mit je 30 Teilnehmern gegründet, so dass 1.800 Personen und damit aus jedem Haushalt eine, Mitglied in einer solchen Gruppen ist.

Weiterbildungsmaßnahmen in Nepal

Durch die Unterstützung von Help haben sich die Gruppen organisiert und auf eine wöchentliche Sparsumme geeinigt (ca. 0,50- 1,00€ pro Person). Jede Woche werden von dem eingesammelten Geld Kredite vergeben, durchschnittlich in Höhe von 15€. Um einen solchen Kredit zu erhalten, müssen die Mitglieder einen Antrag an die eigene Gruppe stellen und diese entscheidet dann gemeinsam, ob der Kredit gewährt wird. Ein Kredit soll innerhalb von drei Monaten zurückgezahlt werden, danach erhöht sich der Zins. Vorrangig zielen die Kredite auf die Verbesserung der Lebensgrundlagen durch den Kauf von Saatgut oder Nutztieren ab. Wenn jemand in der Familie krank geworden ist und Medikamente oder ein Arzt benötigt wird, werden in der Regel auch die Kredite vergeben

Nach einem Jahr konnte jede Gruppe ein Bankkonto eröffnen, was für die wenigsten Bewohner in Thulo Sirubari bisher möglich war. Die Zinsen, die sie über das Konto erhalten, fließen wieder in der Kredite der Mitglieder.  
Darüber hinaus bildete Help in jeder Gruppe ein bis zwei Personen in den Grundlagen der Buchhaltung und im Gruppenmanagement aus.


Verteilung von Saatgut in Nepal

Help bietet innerhalb der Gruppen Ausbildungen an, die dem Allgemeinwohl dienen. Die Mitglieder beschließen dabei selbstständig, wer welche Ausbildung erhält. Seit 2016 werden Handwerker in erbebensicherem Bauen geschult. Sie lernen wie man Schulen und Krankenhäuser errichtet, die ein schweres Erdbeben sicher überstehen. Abgesehen davon haben wir 60 Personen im Gartenbau geschult, damit sie lernen sich effektiver selbst zu versorgen. Weitere 1.666 Haushalte wurden von uns mit Saatgut bzw. Kartoffelsetzlingen versorgt.
Die Ausbildungen haben Wirkung gezeigt. Daher werden wir auch dieses Jahr wieder Schulungen anbieten: Allen voran wird jede Gruppe einen Katastrophen-Vorsorgeplan für die unmittelbare Umgebung erarbeiten. Wir werden Ausbildungen zur Tierhaltung durchführen und die Bewohner von Thulo Sirubari in der Bienenzucht sowie im Gemüseanbau schulen.   

Ich denke wir sind in Thulo Sirubari auf einem guten Weg die Selbsthilfekapazitäten der Bevölkerung wirklich nachhaltig zu steigern. Die ersten positiven Ergebnisse unserer Arbeit durfte ich ja schon jetzt bei der Reise begutachten. Über die weiteren Entwicklungen halte ich euch gern auf dem Laufenden.


Eure Simone