Situation in Syrien 2026
Syrien: Humanitäre Lage, Krieg und Wiederaufbau
+++ Krieg in Nahost: Über 800.000 Menschen aus dem Libanon wurden vertrieben, viele suchen Zuflucht in Syrien und benötigen dringend Hilfe. +++
Die Situation in Syrien ist 2026 weiterhin kritisch: Nach fast 14 Jahren Krieg und dem Machtwechsel im Dezember 2024 sind rund 16 Millionen Menschen weiterhin auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zerstörte Infrastruktur, extreme Armut und neue Fluchtbewegungen prägen das Land.
Neuanfang nach dem Krieg
Seit dem Regierungswechsel im Dezember 2024 keimt in Syrien Hoffnung auf. Die humanitäre Lage bleibt jedoch kritisch: Fast 14 Jahre Krieg haben das Land in ein Trümmerfeld verwandelt. Hunderttausende Menschen haben ihr Leben verloren, 13,5 Millionen Syrer:innen mussten ihr Zuhause verlassen. Rund die Hälfte davon ist ins Ausland geflohen.
Viele von ihnen hoffen nun auf eine Rückkehr in ihre Heimat, doch die Zukunft des Landes ist derzeit ungewiss. Eins steht fest: Über 16 Millionen Menschen sind weiterhin dringend auf Hilfe angewiesen.
Armut in Syrien
Durch die jahrelangen Kämpfe wurde der Großteil der syrischen Infrastruktur zerstört: Straßen, Strom- und Wasserleitungen, Krankenhäuser und Schulen liegen in Schutt und Asche. Zahllosen Kindern und Jugendlichen in Syrien droht aufgrund von fehlender Bildung eine Zukunft aus Armut und Arbeitslosigkeit.
Aktuell leben über 90 Prozent der Menschen in Syrien unterhalb der Armutsgrenze. Familien, die nach Syrien zurückkehren, stehen oft vor dem Nichts. Ernteausfälle und Inflation haben zudem dazu geführt, dass die Lebensmittelpreise seit Beginn des Krieges im Jahr 2011 fast um das Dreißigfache gestiegen sind.
Folgen des Erdbebens noch immer zu spüren
Die Not in Syrien wird durch Naturkatastrophen wie wiederkehrende Dürren, Waldbrände oder das verheerende Erdbeben im Februar 2023 verschärft.
Das Erdbeben war ein weiterer herber Rückschlag für die Menschen in Syrien. Über 59.000 Menschen starben, ganze Stadtviertel stürzten ein und die Infrastruktur in der Region wurde nachhaltig beschädigt. Viele Überlebende leiden noch immer unter den gesundheitlichen, psychischen und finanziellen Folgen des Erdbebens.
Krieg im Nahen Osten verschärft Lage in Syrien
2026 spitzt sich die Lage erneut zu: Der anhaltende Krieg im Nahen Osten hat allein in den ersten Märzwochen über 800.000 Menschen aus dem Libanon zur Flucht gezwungen, ein Teil davon sucht Zuflucht in Syrien. Viele von ihnen sind syrische Staatsangehörige, die als Flüchtlinge im Libanon Schutz gesucht hatten und nun erneut vertrieben wurden.
Wenn der Wiederaufbau Syriens gelingen soll, müssen wir jetzt in die Zukunft des Landes investieren: Kinder- und Jugendförderung, psychosoziale Unterstützung und Schutzmaßnahmen sind essenziell, um Kriegstraumata zu bewältigen und nach Jahren der Zerrissenheit den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Neben innerer Sicherheit und der Sicherung der Grundversorgung gehören auch flächendeckende Bildungsangebote zu den dringendsten Bedarfen.
Mirna Abboud, Help-Landesdirektorin Syrien
Syrien 2026 – Wie geht es weiter?
Über Nothilfe hinaus brauchen die Menschen in Syrien vor allem eines: Frieden im Land und der Region.
Nach Jahren der Gewalt rückt der Wiederaufbau in den Mittelpunkt: Die Strom- und Wasserversorgung sowie der Zugang zu Gesundheitsversorgung müssen wiederhergestellt werden. Die Menschen in Syrien und rückkehrende Familien brauchen langfristige Perspektiven, etwa durch Bildung und ein eigenes Einkommen.
Hilfsorganisationen müssen vor Ort gemeinsam mit lokalen Initiativen und Partnern nachhaltige Strukturen aufbauen, die auch die Folgen des Klimawandels berücksichtigen.
So hilft Help in Syrien
Help leistet Nothilfe in Syrien: Wir versorgen notleidende Familien mit Hilfsgütern und ermöglichen den kostenlosen Zugang zur Gesundheitsversorgung.
Um langfristige Perspektiven zu schaffen und Menschen ein eigenes Einkommen zu ermöglichen, setzen wir auf nachhaltige Landwirtschaft. Wir schulen Landwirt:innen in ökologischen und klimaangepassten Anbau- und Bewässerungsmethoden. Zusätzlich verteilen wir Saatgut sowie Equipment und setzen Wasserleitungen instand. Solche Maßnahmen eröffnen wirtschaftliche Perspektiven, stärken die Gemeinschaften vor Ort und verringern die Abhängigkeit von externer Hilfe.
Mit diesem Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe konnten wir bereits 1,3 Millionen Menschen dabei unterstützen, ihre Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern.
Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit in Syrien: