Unsere Schwerpunkte in Syrien: Hilfe zur Selbsthilfe seit 2008
Help ist bereits seit 2008 kontinuierlich in Syrien aktiv. Trotz politischer Umbrüche bleibt Help ein verlässlicher Partner für die Zivilbevölkerung.
Nothilfe und Überlebenshilfe in Syrien
Rund 7 Millionen Menschen in Syrien wurden innerhalb des Landes vertrieben, viele von ihnen mehrfach. Sie kommen in überfüllten Flüchtlingscamps oder Notunterkünften unter und leben dort meist unter katastrophalen Bedingungen. Help leistet Nothilfe für Flüchtlinge in Syrien: Aktuell versorgt Help vertriebene Familien in Flüchtlingscamps mit Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Babynahrung.
Mit 47 Euro finanziert Help ein Lebensmittelpaket, das eine syrische Familie einen Monat lang ernährt. Jedes Paket besteht unter anderem aus Reis, Linsen, Nudeln, Tee und weiteren haltbaren Lebensmitteln.
In den Wintermonaten leistet Help zudem Winterhilfe und verteilt warme Kleidung und Decken, um Menschen in Notunterkünften vor extremer Kälte zu schützen.
Medizinische Versorgung und Gesundheit
Die jahrelangen Kampfhandlungen in Syrien haben einen Großteil der Infrastruktur zerstört, darunter zahlreiche Krankenhäuser und weitere medizinische Einrichtungen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation haben rund 65 Prozent der Bevölkerung keinen ausreichenden Zugang zur Gesundheitsversorgung. Insbesondere Kinder und Frauen benötigen Unterstützung.
Help stärkt lokale Gesundheitsstrukturen, um den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu verbessern und Mangelernährung zu bekämpfen. Konkret fördert Help Gesundheitszentren, in denen vertriebene, rückkehrende und anderweitig marginalisierte Menschen in den Städten Hama, Homs und Aleppo medizinische Versorgung erhalten, unter anderem von Internist:innen, Kinderärzt:innen und Gynäkolog:innen. Ein Beispiel ist das Al-Hekmeh-Gesundheitszentrum in Homs: Dort erhalten täglich zwischen 200 und 300 Menschen medizinische Unterstützung, von ärztlichen Konsultationen bis hin zu Operationen und Medikamenten.
Auch nach dem Erdbeben im Februar 2023 leistete Help Unterstützung und ermöglichte Gesundheitshilfe für über 119.200 Menschen, einschließlich lebensnotwendiger Operationen und Medikamente.
Zudem stärkt Help die psychosoziale Unterstützung in Syrien und ermöglicht Traumabewältigung für Kinder sowie für Frauen, die von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind, beispielsweise durch Gruppentherapien und geschützte Räume.
Nachhaltige Landwirtschaft in Syrien
Syrien befindet sich im Nahen Osten, ein sehr heißen und trockenen Region, und hat seit Jahren mit Wasserknappheit und fallenden Grundwasserspiegeln zu kämpfen. Die Situation wird durch den Klimawandel und durch die Folgen des jahrelangen Bürgerkriegs verstärkt. Syriens Landwirt:innen stehen vor großen Herausforderungen: Sie können ihre Felder mit den herkömmlichen Methoden nicht mehr bewirtschaften. Es kommt zu Ernteausfällen, der Hunger wächst.
Help fördert nachhaltige Landwirtschaft in Syrien und unterstützt Kleinbäuer:innen dabei, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen. Help schult sie in ökologischen und ressourcenschonenden Anbau- und Bewässerungsmethoden, verteilt Saatgut, Equipment sowie Nutztiere und setzt Wasserleitungen instand. Help hat in Syrien als erste Hilfsorganisation innovative Hydroponik-Systeme eingesetzt, die im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft bis zu 90 Prozent weniger Wasser benötigen und sich in wasserarmen Regionen besonders für den Anbau von Obst und Gemüse eignen.
Help leistet daher einen wertvollen Beitrag zur Sicherung der Existenzgrundlage syrischer Kleinbäuer:innen trotz Dürre und Klimawandel.
Bildung und Zukunftsperspektiven in Syrien
Während des Krieges in Syrien wurden über 7.000 Schulen zerstört. Rund 2 Millionen Kinder und Jugendliche hatten infolgedessen keinen Zugang zu Bildung. Expert:innen warnen seit Jahren vor einer „Verlorenen Generation“ in Syrien – einer Generation, die keine Bildung, keinen Abschluss und keine Perspektiven hat.
Help hat Kinder und Jugendliche in Syrien durch den Wiederaufbau von Schulen unterstützt. In Quneitra hat Help vier Schulen umfangreich renoviert sowie mit neuem Mobiliar ausgestattet und somit 2.560 Kindern den Zugang zu Bildung ermöglicht. Durch die Installation von behindertengerechten Ausstattungsdetails wie Rampen und Geländern können auch Kinder mit körperlicher Beeinträchtigung am Unterricht teilnehmen.
In der Al-Amal-Schule im Norden Syriens können dank der Unterstützung von Help 766 Kinder wieder zur Schule gehen. Zusätzlich hat Help in Damaskus den Notunterricht für über 8.000 Kinder und Jugendliche organisiert und warme Mahlzeiten für die Schüler:innen bereitgestellt.
Help leistet bereits seit 2008 kontinuierliche humanitäre Hilfe in Syrien. Die Organisation blieb auch während der intensivsten Konfliktphasen vor Ort und passt ihre Maßnahmen laufend an die aktuelle Lage (z. B. nach dem Machtwechsel 2024 oder dem Erdbeben 2023) an.
Help verfolgt den Ansatz der Lokalisierung. Die Organisation arbeitet eng mit der lokalen Zivilgesellschaft und Partnerorganisationen wie AMAL oder URDC zusammen. Dies garantiert, dass die Hilfe bedarfsgerecht erfolgt, die lokale Wirtschaft durch regionale Beschaffung gestärkt wird und kulturelle Kontexte gewahrt bleiben.
Ja, Help trägt seit 1992 das DZI-Spendensiegel für den verantwortungsvollen Umgang mit Spenden. Die Organisation ist Mitglied bei „Aktion Deutschland Hilft“ und „VENRO“ und unterliegt strengen Transparenz- und Kontrollstandards.