Getreidefeld in der Ukraine
© Lana Dmytrenko

Ukraine: Hilfe für die Landwirtschaft

Help unterstützt landwirtschaftliche Betriebe in der Ukraine

Ukraine-Krieg verschärft den Hunger weltweit

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 hat sich in der Ukraine viel verändert – auch für die Landwirtschaft. Die Folgen für die globale Ernährungssituation sind dramatisch:  Von einem auf den anderen Tag konnte das Land kein Getreide mehr verschiffen, und das, obwohl zahlreiche Staaten auf ukrainische Lebensmittelimporte angewiesen sind.

Ukrainische Landwirt:innen stehen seither vor massiven Problemen: Plötzlich gibt es keine Abnehmer mehr für ihre Ernte. Help leistet Hilfe zur Selbsthilfe für landwirtschaftliche Betriebe vor Ort.

SPENDEN FÜR DIE UKRAINE


Die landwirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges

Weizen, Mais, Gerste – die Ukraine gilt als die Kornkammer Europas. Grund dafür sind die Schwarzerde-Böden, die zu den ertragreichsten Ackerböden weltweit zählen.

Vor Beginn des Krieges gehörte die Ukraine zu den größten Getreideexporteuren der Welt, doch die Angriffe auf die Häfen des Landes führten dazu, dass rund 20 Millionen Tonnen Getreide über Monate nicht verschifft werden konnten.

Auch der Versuch, den Export über das Schienennetz nach Westeuropa zu leiten, scheiterte aufgrund der unterschiedlichen Spurweite.

Für mittelständische Landwirtschaftsbetriebe hatte das drastische Auswirkungen. Die Ernte von 2021 fand keine Abnehmer und blockierte die Getreidespeicher. Die Folge: kein Einkommen – und somit kein Geld, um die dringend notwendige Sommersaat finanzieren zu können. 

Insbesondere Saatgut, Dünger und Diesel waren für viele Betriebe unerschwinglich oder aufgrund von Importproblemen schwer zu bekommen.

Infolge des Krieges konnten viele Landwirt:innen außerdem ihre Felder nicht bestellen, weil ihr Hof eingenommen, Landmaschinen zerstört oder Felder vermint wurden. Die Minenräumung stellt dabei das größte Problem dar, da sie sehr zeit- und kostenintensiv ist.

Seit Beginn des Krieges sind in der Ukraine zudem über 50.000 Kühe gestorben – durch Kriegshandlungen, aber auch durch fehlendes Futter und mangelnde tierärztliche Betreuung.


Unterstützung für ukrainische Landwirtschaftsbetriebe

Zusätzlich zur Nothilfe für vom Krieg betroffene Familien stärkt Help die Landwirtschaft in der Ukraine, damit insbesondere kleine Betriebe ihre Produktion aufrechterhalten und somit ihr Einkommen sichern können.

In den Regionen Kiew, Charkiw, Cherson, Donezk, Tschernihiw und Sumy haben wir beispielsweise 34 Bauernhöfe mit Futter, medizinischer Ausrüstung und Tierarzneimitteln ausgestattet, damit krankes Nutzvieh behandelt werden kann.

In der Region Poltawa stellt Help 16 Betrieben Treibstoff zur Verfügung, um die Herbstaussaat zu ermöglichen. 32 Kleinstbauern erhalten bis zu drei Färsen (zukünftige Milchkühe), damit sie ihre Milchproduktion steigern und ihre Grundversorgung sichern können. 20 weitere Landwirtschaftsbetriebe unterstützen wir mit Impfstoffen für ihren vorhandenen Viehbestand.


Krieg in der Ukraine verschärft Hunger weltweit

Infolge des Ukraine-Krieges sind die Preise für Lebensmittel weltweit rasant gestiegen. Das liegt zum einen am Exportstopp der Ukraine und Russlands, zum anderen an den stark gestiegenen Energiepreisen, die sich wiederrum massiv auf die Düngemittelpreise auswirken.

Das hat auch Auswirkungen auf die Herstellung tierischer Produkte wie Milch und Fleisch.  Das am meisten exportiere Agrarprodukt der Ukraine ist Sonnenblumenkuchen – ein Nebenprodukt der Sonnenblumenölgewinnung, das zur Herstellung von Tierfutter verwendet wird.

Vor Beginn des Krieges belieferte die Ukraine vor allem Länder in Asien sowie Nord- und Ostafrika mit Getreide. Hier sind die Folgen der globalen Preissteigerungen bei Lebensmitteln besonders stark zu spüren.

Klimawandelbedingte Ernteausfälle weiterer wichtiger Exportländer, die beispielweise auf Dürren oder Überschwemmungen folgen, verschärfen die Situation. Die Vereinten Nationen warnen daher vor einer Hungersnot ungeahnten Ausmaßes.

Zudem war die Ukraine vor dem Krieg der größte Lieferant für die Nahrungsmittelhilfen des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, mit dem auch Help regelmäßig zusammenarbeitet. 125 Millionen Menschen weltweit werden jährlich von dem Programm versorgt, weil sie sich selbst nicht ausreichend ernähren können.


Seit Juli kurzzeitig Exporte möglich

Im Juli 2022 einigten sich die Ukraine und Russland auf eine Exportvereinbarung, die für ein kurzes Aufatmen sorgte: 120 Tage lang ist der ukrainische Export nun wieder möglich. Bis Mitte September hatten bereits 167 Getreidefrachter mit rund 3,7 Millionen Tonnen Agrarerzeugnissen das Land verlassen. Davon profitieren in erster Linie jedoch die großen Getreidehändler.

Für viele kleine und mittelgroße Landwirtschaftsbetriebe kommt das Abkommen mit Russland zu spät: Die Erntebestände, die sie ohne den Krieg schon längst verkauft hätten, drohen bald zu verfaulen.

Die Getreidehändler exportieren zunächst nur die Ernte, die sie den Landwirt:innen vor Ausbruch des Krieges bereits abgekauft hatten. Das Problem der blockierten Getreidespeicher in der Ukraine bleibt also zunächst bestehen – und wie es nach Ablauf der Exportvereinbarung weitergeht, steht noch nicht fest.


Hilfe, die weiter geht

Help ist seit Ende 2021 in der Ukraine aktiv. Durch den Ausbruch des Krieges mussten wir unsere Projekte zur Kleinwirtschaftsförderung stoppen und widmen uns seitdem der Nothilfe für vom Krieg betroffene Familien. Zusätzlich fördern wir die Landwirtschaft vor Ort und bereiten derzeit Winterhilfe-Maßnahmen vor. Auch nach dem Krieg in der Ukraine plant Help, weiterhin vor Ort tätig zu sein.

Kühe in der Ukraine

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