Tschad
Hilfe für Flüchtlinge und Bevölkerung

Spenden für den Tschad

Aktuell engagieren wir uns im Tschad für 190.000 Menschen in den Bereichen Wasser, Einkommenssicherung und Flüchtlingshilfe. Mit Ihrer Hilfe können wir Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung unterstützen – Spenden Sie jetzt!

Ahmat Moussa floh mit seiner Familie in den Tschad. "Vor drei Monaten sahen wir, wie es auf der Nachbarinsel brannte. Zunächst dachten wir an ein normales Buschfeuer, aber als dort viele Boote die Insel verließen, war uns klar, dass es Boko Haram sein musste. Ich versuchte meinen Neffen zu erreichen, der auf der Nachbarinsel lebte, aber das Telefon blieb stumm. Später erfuhr ich, dass er ermordet worden war. Auch wir packten alles zusammen und flohen auf Booten in Richtung Festland. Außer Help hat uns bisher niemand geholfen: Nur Help konnte uns bisher Nahrung, Schlafmatten, Decken und sauberes Wasser durch den Bau eines Brunnens geben. Dafür sind wir unendlich dankbar.“

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Wie ist die Situation im Tschad?

Geflohen vor Krieg und Terror

In der Sahelzone flohen seit 2014 über 2,4 Millionen Menschen vor der Gewalt der terroristischen Gruppe Boko Haram. Allein in den Westen des Landes, in die Region um den Tschadsee, flüchteten über 250.000 Menschen. Auch viele Tschader waren gezwungen, aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen und Angst vor Überfällen, ihre Heimatdörfer zu verlassen. Seit 2003 sind zudem sudanesische Flüchtlinge im Osten des Tschads auf die Unterstützung durch Hilfsorganisationen wie Help angewiesen. Sie flüchteten vor dem Konflikt in Darfur und können nach wie vor nicht in ihre Heimatregion zurückkehren. Die Vielzahl an Menschen sorgt in dem ressourcenarmen Land für neue Konflikte: Neben hoher Armut, Arbeitslosigkeit und wenigen Aufstiegschancen werden Ressourcen wie sauberes Wasser, Feuerholz, Ackerflächen und Nahrungsmittel immer knapper.

Wie hilft Help im Tschad?

Geber und Partner: AA (Auswärtiges Amt), ADH (Aktion Deutschland Hilft), BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), AHTD (Association Help-Tchad pour le Développement) 

Wasser, Lebensmittel und Einkommen für Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung

Help unterstützt Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung im Westen und im Osten des Tschads. So stellt Help durch Brunnen mit Solarpumpen die Wasserversorgung sicher und stattete Krankenhäuser und Gesundheitsstationen aus. Durch Flussschwellen schaffen wir neue Agrarflächen und somit eine nachhaltige Ernährung und Einkommensperspektive. Darüber hinaus fördern wir Fischerei, Viehzucht und Berufsausbildungen für Jugendliche. Für die lokale Bevölkerung und die Flüchtlinge bietet dies eine weitere Möglichkeit, den Lebensunterhalt zu verdienen. Bei unseren Maßnahmen beziehen wir die lokale Bevölkerung mit ein, um neuen Konflikten mit Geflüchteten vorzubeugen.

In der Projektregion um den Tschadsee umfasst unsere Direkthilfe:  

  • Nahrungsmittel
  • Kleidung
  • Schlafmatten
  • Hygiene- und Kochutensilien

Help ist hier eine der wenigen humanitären Organisationen, die bedürftige Menschen auch außerhalb der Flüchtlingscamps unterstützt.


Sauberes Trinkwasser für ein ganzes Dorf

In der von Dürren geprägten Sahelzone ist Trinkwasser eine knappe Ressource. Wasserquellen liegen meist fernab von Wohngegenden, der Weg dorthin ist mühsam und gefährlich. Vor allem Frauen und Mädchen riskieren auf der kilometerlangen Strecke zur nächsten Wasserstelle täglich ihr Leben. Sie sind sengender Hitze ausgesetzt und werden nicht selten Opfer von sexuellen Übergriffen oder Angriffen durch wilde Tiere.

Arafa Nour ist eine der vielen Frauen, die solch einen gefährlichen Weg täglich auf sich nehmen mussten. Sie lebt in Doulbarid, einem Dorf in der Provinz Ouaddai. Vor kurzem wurde dort dank der Unterstützung von Help mit Mitteln des BMZ ein Solarpumpen-Brunnen gebaut, der die Lebensqualität der Dorfbewohner deutlich verbessert hat. „Früher bin ich jeden Tag sechs Stunden gelaufen, um Wasser für meine Familie zu holen. Der Rückweg durch die Mittagshitze war besonders kräftezehrend, doch danach musste ich mich noch um den Haushalt und um meine Kinder kümmern. Dank des Brunnens dauert das Wasserholen jetzt höchstens eine Stunde. Die Mädchen aus dem Dorf können jetzt zur Schule gehen, anstatt den ganzen Tag zur Wasserstelle zu laufen. Das ganze Dorf ist sehr dankbar!“


Frauen-Kooperativen: Gemeinsam mehr erreichen

Der Staudamm von Matar ist für die Bewohner der Region überlebenswichtig. Während der Regenzeit sammelt sich dort Wasser, mit dem die Menschen ihre Felder auch in Trockenzeiten bewässern können. Nach der Zerstörung durch eine Flutwelle im Jahr 2016 setzte Help den Damm wieder instand. Rund 7.000 Familien haben nun wieder Zugang zu Wasser.

Auch die Frauen-Kooperative „Sabah-Alkher“ profitiert vom Wiederaufbau des Damms: 23 Frauen teilen sich eine Parzelle zur landwirtschaftlichen Nutzung. Hier bauen sie gemeinsam Gemüse an und teilen sich die tägliche Feldarbeit auf. So bleibt genug Zeit für die Versorgung der Familien.

Den Großteil der Ernte verkaufen die Frauen auf Märkten in der nahegelegenen Stadt Abéché. Gemeinsam sparen sie Geld, um sich in finanziellen Notsituationen gegenseitig mit Krediten aushelfen zu können.

Neben dieser Frauen-Kooperative unterstützt Help noch fünf weitere in der Region.

Fotos und Videos

Zahlen und Fakten

  • Über 4.4 Mio. Menschen im Tschad sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.
  • 4 Mio. Menschen haben keine gesicherte Ernährung.
  • 1.7 Mio. Menschen sind unterernährt.
  • Über 612.000 Kinder sind lebensbedrohlich unterernährt.
  • Über 400.000 Flüchtlinge aus anderen Ländern leben im Tschad.

Quellen: UNOCHA  Stand: 12/2017

Osten: 

  • Versorgung von ca. 100.000 Flüchtlingen
  • Bau von 30 Brunnen mit Solarpumpen
  • Konstruktion von 24 Flussschwellen zur Bewässerung von Agrarflächen 

Westen: 

  • Versorgung von 90.000 Menschen mit Nahrungsmitteln, solarbetriebenen Brunnen und landwirtschaftlichen Hilfsgütern
  • Berufsausbildung für 40 Jugendliche 
  • Verteilung von Nutztieren an 250 Haushalte
  • Unterstützung von Kooperativen von Fischern und Kleingärtnern

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