Helfer unterwegs - Schriftzug
Philippinen

Tsunamis und Taifunen einen Schritt voraus

Kurz vor meiner Abreise wütete Taifun Mangkhut im Norden der Philippinen. Er verursachte mehrere Landrutsche, zerstörte Reisfelder und nachdem Mangkhut das Land verwüstet hinter sich gelassen hatte, wurden mehrere Menschen als vermisst gemeldet.

Jedes Jahr sind die Philippinen von Taifunen unterschiedlicher Stärke betroffen. Taifun Mangkhut wurde im Vorfeld von den Medien und den philippinischen Behörden beobachtet und viele Regionen konnten rechtzeitig gewarnt werden. 

Help engagiert sich für die Einwohner der Region Ost Samar. Wir bereiten sie auf mögliche Naturkatastrophen vor. Für die Menschen ist es überlebenswichtig in besagtem Falle richtig zu verhalten. Minuten können über Leben und Tod entscheiden. Alle Gemeinden brauchen  Evakuierungsmöglichleiten und Pläne für die medizinische und hygienische Versorgung nach der Katastrophe. 

Gerade sitze ich im Boot auf dem Weg zur Insel Hilabaan in unserer Projektregion. Wir sind spät dran und das Boot ist randvoll mit Passagieren, Lebensmitteln und Haushaltswaren. Ich bin müde und kämpfe mit dem Jetlag. Aber der Blick auf das Meer und die Sonne lassen mich die Strapazen der Anreise vergessen. Aber der Schein trügt - Samar ist eine, der am stärksten gefährdeten Regionen auf den Philippinen. 

In Hilabaan angekommen besuchen wir eines unserer Katastrophenvorsorge-Komitees. Sie sind mitten im Training und besprechen die „Frühwarnsysteme“. Welche Warnsignale für Sturmfluten, Taifune und Tsunamis gibt es: Starker Wind, anhaltende Regengüsse, steigender Meerespegel etc. In dieser Region haben die Menschen während Schlecht-Wetter-Phasen weder Handy noch Fernsehempfang und sind ganz auf sich gestellt.  

Im Dorf gibt es eine Sprechanlage über die der Notzustand ausgerufen werden kann. Falls es keinen Strom  gibt, werden Metallbleche benutzt, um die Bewohner zu alarmieren. Fluchtwege werden durchgesprochen, Sammelpunkte festgelegt, ambulante Krankenstationen geplant und Evakuierungsfahrzeuge bestückt – am nächsten Tag soll ein Simulationsdurchlauf stattfinden, an dem das ganze Dorf teilnimmt. 

Die Teilnehmer erklären mir wie wichtig die von Help initiierten Trainings und Übungen für die Gemeinde wären. Die nationalen Behörden hätten schlichtweg keine finanziellen Möglichkeiten und Kapazitäten. 

Nach dem lehrreichen und unterhaltsamen Workshop geht es per Boot zurück ans Festland. Mitten auf dem Meer fühle ich mich plötzlich ganz klein. Ich kann mir die pure Naturgewalt im Falle eines Taifuns gut vorstellen und bin froh, dass wir den Menschen auf Hilabaan mit unserer Projektarbeit helfen können.   

Eure Leona