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Helfer unterwegs - Schriftzug
Katastrophenvorsorge in den Philippinen
Philippinen

Schrittweise in eine bessere Zukunft

Anfang dieses Jahres bin ich die letzte von drei Reisen in die Philippinen angetreten. Drei Jahre nach dem Taifun „Haiyan“, hat Help es ermöglicht 36 Schulen wieder aufzubauen, damit Kinder unter normalen Bedingungen zur Schule gehen können. Help hat Mangroven aufgeforstet, die durch den heftigen Sturm zerstört wurden. Mit Help’s Unterstützung wurde eine Frauengruppe ins Leben gerufen, deren Mitglieder durch den Taifun ihr ganzes Hab und Gut verloren haben. Help hat die Frauen dabei unterstützt auf eigenen Füssen zu stehen und ihr eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Taifun „Haiyan“ war zwar der stärkste Taifun in den Philippinen, aber er ist in den letzten Jahren nicht die einzige Naturkatastrophe gewesen. Im gleichen Jahr (2013) erlitt die Bevölkerung der Insel Bohol ein Erdbeben, ein Jahr später zerstörte ein weiterer Taifun „Hagupit“ mehrere Gemeinden.

Katastrophenvorsorge in Ost-Samar
Auf den Philippinen schulen wir die Menschen in der Katastrophenvorsorge.

Letztes Jahr fiel die Regenzeit so schwach aus, dass die philippinische Bevölkerung teilweise Schwierigkeiten hatte, sich zu ernähren, während es Ende letzten Jahres und Anfang dieses Jahres zu so heftigen Regenfällen kam, dass mehrere Gemeinden unter Wasser standen. Dies wiederum beeinträchtigte die Reisernten, entweder weil die Reisfelder überschwemmt wurden oder die Reisernten nicht trocknen konnten. Die Folgen dieser akuten Wetterbedingungen sind sogar mit dem bloßen Auge erkennbar. Z.B. waren die Reisfelder im letzten Jahr teilweise ausgetrocknet, dieses Jahr konnte ich auf der 2-Stündigen Bootsfahrt in die Projektregion sehen, dass der Fluss durch die Flut im Dezember Teile des Ufers mitgerissen worden sind. Dies hat für die Gemeinden die an den Flussufern leben schwerwiegende Auswirkungen. Während wirtschaftlich starke Familien, längst nach den Folgen der verschiedenen Katastrophen wieder auf den Beinen stehen ist der ärmste Teil der Bevölkerung am stärksten betroffen und verfügt nicht über die Möglichkeiten sich zu erholen. Initiativen von staatlicher Seite bestehen überwiegend aus Umsiedlungsprojekten. Hier werden Familien, die in Küsten bzw. Ufernähe leben, kostenlose Unterkünfte im Landesinneren angeboten.

Spenden für die Philippinen
Immer wieder leiden die Philippinen unter Naturkatastrophen. ©ADH/Zanettini

Leider sind diese Initiativen nicht immer erfolgreich, da sich die Familien bisher beispielsweise über den Fischfang ernährt haben. Alternative einkommenschaffende Möglichkeiten werden Ihnen nicht angeboten. Darüber hinaus bieten diese neuen Siedlungsgebiete keine Anreize, da sieh nicht in der Nähe von wichtigen Anlaufstellen liegen wie zum Beispiel Märkten. Ich persönlich und auch Help verabschiedet sich nur wehmütig von diesem Land. Ein negativer Aspekt unserer Arbeit ist, dass er von der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit abhängig ist. So gehen die zur Verfügung stehenden Mittel zur Neige und die Spendenbereitschaft sinkt. Deshalb werden Helps Aktivitäten in diesem Jahr langsam zu Ende gehen.

Die Unterstützung, die nach Taifun „Haiyan“ und „Hagupit“ in den Philippinen durch etliche internationale Organisationen geleistet werden konnte ist groß, dennoch, leiden viele Familien weiterhin unter den Folgen. Sie haben beispielweise nach wie vor kein Dach über den Kopf oder erholen sich immer noch von den wirtschaftlichen Spätfolgen. 

Schulkinder auf den Philippinen
Wir geben Kindern die Möglichkeit wieder regelmäßig den Unterricht zu besuchen.

Mit einem, der letzten Projekte, die Help auf den Philippinen durchführt, unterstützen wir drei Gemeinden in der Region Ost Samar, damit sie sich entsprechend auf die oben genannten Naturkatastrophen vorbereiten können. Helps Partnerorganisation EcoWEB führt hierfür Schulungen auf verschiedenen Ebenen (Gemeinde, Regional, Verwaltung) durch. Ganz im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel ist es unter anderem, dass die regionalen Behörden künftig in der Lage sind, selbst die benötigte Katastrophenvorsorge ihrer betroffenen Gemeinden durchzuführen. Bei einem Treffen mit der Bürgermeisterin der Gemeinde Oras, wird die besondere Lage der Gemeinde besprochen, die sehr weitläufig ist. Es gibt sehr weit abgelegene Orte, die von jeglicher Hilfe abgeschnitten sind, da sie nur mit dem Boot zu erreichen sind. Deshalb ist Help der gemeindeorientierte Ansatz der durchgeführten Trainings so wichtig, da es darum geht, den Menschen die Möglichkeit zu bieten sich selbst auf die verschiedenen Katastrophen vorbeugend vorzubereiten.

Ich freue mich auf die nächste Dienstreise und den Fortschritt, den dieses Projekts bis dahin gemacht haben wird.

Eure Leona