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Helfer unterwegs - Schriftzug

Mein FSJ bei Help

Als ich im Juni 2018 nun endgültig mit der Schule abschließen konnte, wusste ich immer noch nicht so ganz genau, wo meine Zukunft liegen würde.

Nach einiger Zeit und reichlicher Überlegung, entschloss ich mich im September dazu, ein FSJ im sozialen oder politischen Bereich zu absolvieren. Ich recherchierte und recherchierte… und irgendwann stieß ich auf die Website von „Help-Hilfe zur Selbsthilfe“. „Noch nie gehört!?“, dachte ich mir… 

Nach dem Durchforsten der Website war mir klar: „Timo, hier musst du dein FSJ machen!“ Also Bewerbung abgeschickt, Vorstellungsgespräch, Testaufgaben und zack war ich auf einmal Mitarbeiter von Help.

Am 8. Oktober 2018 war es dann soweit: Mein erster Arbeitstag bei Help! Ich war schon ziemlich aufgeregt, die neuen Kollegen und die Strukturen kennenzulernen. Doch alle Aufregung war umsonst. Die wahrscheinlich netteste Personalreferentin EU-weit nahm mich in Empfang und brachte mich runter in die Büroräume der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit (ÖA), wo ich erst einmal an der „Rezeption“ (eine lange Empfangstheke im Eingangsbereich, wo jahrelang der FSJler saß) sitzen sollte. 

Unten angekommen, stellte sie mich dem dort sitzenden Kollegium vor. Von da aus übernahm dann unser Social-Media-Guru und machte mit mir die Tour durchs Haus. Am ersten Tag merkte ich schon: „Hm, sind aber einige Arbeitsplätze unbesetzt hier…“ Jaaa, so ist das bei Help: viele Dienstreisen, viele Seminare. 

Naja, weiter im  Text… Das wohl coolste erste Gespräch hatte ich dann am nächsten Morgen mit einem neuen Kollegen, der mich ansah und einfach nur sagte: „Ach hi, du bist dann wohl der neue Chef hier!“ „Genau, schön wär`s ;)“ Das tolle an Help ist aber, dass man wirklich das Gefühl hat, mit allen Mitarbeitern auf einer Ebene zu sein. Alle duzen sich, jeder begegnet sich mit absolutem Respekt. So ein schönes und warmherziges Klima am Arbeitsplatz hatte ich vorher in meinem wenn auch noch sehr kurzen Berufsleben so noch nie gesehen. Und so fühlte ich mich vom ersten Tage an sofort integriert und wie zu Hause.

Dann ging es langsam richtig los… In der ersten Woche durfte ich mich gleich an „Selbstorganisation“ erproben. Der Laptop war kaputt, der Bildschirm auch, das Kabel zur Verbindung der beiden war nicht da… und dann wurde mir auch noch mitgeteilt das ich hier nur zwei Wochen sitzen würde, dann käme mein Umzug nach oben, in die Help-Zentrale. Also alles ein bisschen chaotisch am Anfang. Was aber nicht schlimm war, weil mir mein neues Kollegium bei allem half.

In der ersten Zeit schon wurde mir klar: „Timo, dass du vorher mal als Möbelpacker gejobbt hast, könnte dir hier nützlich sein.“ Kisten und Möbel schleppen, Möbel abbauen, aufbauen und so weiter. Ich werde nie vergessen, wie ich mit meinen Kollegen die Empfangstheke in der ÖA abbauen „durfte“… So viele Schrauben hatte ich noch nie an einem Möbelstück gesehen;) Aber nun Spaß bei Seite:

Das Arbeiten bei Help ist sehr vielseitig und man kann seinen Horizont enorm erweitern. Ich durfte in den Abteilungen Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit und in der Programmabteilung arbeiten und dort alle Mitarbeiter tatkräftig unterstützen. Hotels und Flüge buchen, Änderungsanträge übersetzen, Social Media-Beiträge kreieren, Transkripte verfassen, Themenrecherchen durchführen, Events/Termine organisieren, Fotos von Dienstreisen umbenennen und einsortieren und vor allem der Kontakt mit den Spendern gehörten zu meinem Aufgabenbereich.

Help bot mir zudem die Möglichkeit, jeden Freitag an 60 Minuten Französischunterricht teilzunehmen, welche ich dankend annahm.

Gegen Ende meines FSJs kam dann auch eeeeeeendlich meine erste und auch leider einzige „Dienstreise“ für bzw. mit Help: Es ging zum Kirchentag ins wunderschöne Dortmund. Mein Highlight. Anderen Menschen Help zu präsentieren und mit ihnen ins Gespräch zu kommen hat mir viel Spaß und Freude bereitet. Zudem konnte man sich über viele andere Organisationen, Vereine und Verbände informieren, die ähnliche Arbeit leisten.

Natürlich waren nicht alle meiner Aufgaben die interessantesten auf der Welt. So durfte ich, wie jeder FSJler jedes Jahr, viele Briefe frankieren und gegen Ende des Kalenderjahres 2018 Hunderte von Jahresberichten eintüten, einiges an Kaffee kochen, den Besprechungsraum eindecken und den Papiermüll beaufsichtigen ;) Aber mir war klar, auch so etwas muss erledigt werden, damit alle Mitarbeiter ihren Job machen können.

Denn die Arbeit, die Help leistet, ist essentiell und sehr wichtig. Ohne Organisationen wie Help würde es vielen Menschen auf der Welt noch schlechter gehen als es ihnen leider ohnehin schon geht. Sei es die Nothilfe nach Naturkatstrophen oder die Entwicklungszusammenarbeit in verschiedenen Regionen. Help versucht auf drei Kontinenten in diversen Ländern, so vielen Menschen wie möglich bessere Lebensbedingungen zu schaffen.

Bevor ich anfing bei Help zu arbeiten, war mit nicht bewusst, wie hart und mit welcher Hingabe in NGOs (Nichtregierungsorganisationen) für hilfsbedürftige Menschen gearbeitet wird. Jetzt weiß ich es und ich bin sehr beeindruckt. Die Arbeit in der humanitären Hilfe hinterlässt Spuren, von denen die Menschheit noch lange profitieren kann.

Doch nun heißt es langsam Abschied zu nehmen. Die schönen Gespräche im Kollegium in den leider oft viel zu kurzen Mittagspausen werden mir genauso fehlen wie meine tägliche Arbeit und der stetige Kontakt mit Menschen.

Jetzt, am Ende meines FSJs, bin ich sehr dankbar für die erhaltene Chance. Bis heute bereue ich meine Entscheidung, ein FSJ bei Help zu absolvieren, keine Sekunde. Auch wenn es jetzt weit hergeholt klingt, zähle ich diese Entscheidung zu den bislang besten in meinem Leben.  Dieses Jahr hat mich persönlich weiter gebracht, mich mit meinen Aufgaben wachsen lassen und mir dabei geholfen, meine Zukunft zu formen. 

So sehr ich mich auf meine berufliche Zukunft freue, bin ich doch auch sehr traurig, dass diese schöne, lehrreiche Zeit vorüber geht. Ich werde in Zukunft in einem anderen Berufsfeld tätig sein. Aber die Arbeit bei einer internationalen Hilfsorganisation wie Help wird für immer in meinem Herzen bleiben. Und wie ich stets zu sagen pflege: „Man sieht sich immer zweimal im Leben.“

Zum Schluss wünsche ich mir, dass der Arbeit im Bereich der humanitären und der Entwicklungszusammenarbeit noch mehr Beachtung geschenkt wird und dass sich mehr Menschen dazu entschließen, Hilfsorganisationen zu unterstützen.

Ich werde mich wahrscheinlich nie wirklich von Help lösen können und den eingeschlagenen Weg und alle Projekte auch weiterhin gespannt mit Hilfe des Help-Newsletters und der Homepage verfolgen. Zudem werde ich Help ab sofort mit einer monatlichen Spende unterstützen.

Wenn Menschen auseinander gehen, so sagen sie: auf Wiedersehen!

PS: Jedem, dem nach der Schullaufbahn noch nicht klar ist, wo sein Weg beruflich hingehen soll, kann ich ein Freiwilliges Soziales Jahr nur empfehlen – vor allem bei Help – Hilfe zur Selbsthilfe!

Euer Timo