Helfer unterwegs - Schriftzug

Kein Job wie jeder andere

Von außen betrachtet wirkt es oft lebensmüde: Wenn die Erde bebt, Kriege ausbrechen oder Krankheit und Hunger wüten, besteigen sie das nächste Flugzeug und reisen ins Zentrum der Katastrophen. Humanitäre Helfer setzen sich weltweit für Betroffene ein, um ihnen in der Not zur Seite zu stehen – auch wenn sie dabei ihr eigenes Leben in Gefahr bringen.

Wie groß diese Gefahr ist, zeigen aktuelle Zahlen aus dem Südsudan. In dem jüngsten Staat der Erde leidet die Bevölkerung seit fast fünf Jahren unter einem blutigen Bürgerkrieg. Aufgrund der anhaltenden Gewalt sind zahlreiche Menschen auf der Flucht. Sie können ihre Felder nicht bestellen, Ernten bleiben aus. In der Folge leiden Millionen Menschen Hunger, täglich sterben Kinder an Unterernährung.

In dem blutigen Konflikt ist die Zivilbevölkerung regelmäßig Opfer der ausschweifenden Gewalt. Doch auch humanitäre Helfer geraten immer wieder zwischen die Fronten oder werden selbst zum Ziel von Übergriffen. Seit Beginn des Krieges im Dezember 2013 sind im Südsudan mindestens 95 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen getötet worden, davon 28 allein im letzten Jahr. Hinzu kommen 61 Plünderungen sowie diverse Gewalttaten und Drohungen, vor allem in der Hauptstadt Juba sowie in den nördlichen Bezirken Rubkona und Wau.

Die folgende Grafik zeigt das ganze Ausmaß der Übergriffe gegen Hilfsorganisationen im Jahr 2017:

Zunehmend Gewalt gegen NGO-Mitarbeiter 

Mitarbeiter von Hilfsorganisationen reisen in andere Länder, um Menschen in Not zu helfen. Doch ihr Job wird immer gefährlicher. Weltweit steigt die Zahl an Angriffen gegen die Helfer. Wie ist diese Entwicklung zu erklären? 

Zum einen werden Konflikte zunehmend komplizierter. Die Grenze zwischen Militär und Zivilbevölkerung verwischt und angesichts der großen Zahl an kämpfenden Parteien wird die Situation immer undurchsichtiger. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen geraten Hilfsorganisationen hier schnell zwischen die Fronten. Immer öfter werden die Helfer aber auch gezielt angegriffen, weil sich die Täter davon internationale Aufmerksamkeit versprechen. 

Sicherheitstrainings und umfangreiche Vorbereitungen für den Ernstfall sind für Hilfsorganisationen mittlerweile Standard, auch für Help. Die Helfer lernen dabei, wie sie sich in brenzligen Situationen am besten verhalten, aber auch wie sie mit der psychischen Belastung umgehen. 

Trotz der bedrohlichen Situation setzen die Mitarbeiter von Help und anderen NGOs ihre Arbeit unbeirrt fort. Auch für unseren Kollegen Fabian Nolde, der die Help-Projekte im Südsudan koordiniert, steht fest:

„Für mich käme es niemals in Frage, Hilfe auszuschließen und die Menschen in ihrer Situation alleine zu lassen.“ 

Humanitäre Helfer haben einen harten und gefährlichen Job, doch für die meisten steht fest: sie wollen keinen anderen.

Könntet ihr euch so einen Job vorstellen? Oder habt ihr Fragen an unsere Projekt-Mitarbeiter zu ihrem ungewöhnlichen Beruf? Sagt es uns auf unseren Social Media-Kanälen!