Entwicklungszusammenarbeit auf dem Prüfstand
Erfolgreiche zweite Ausgabe der „Bonn Humanitarian and Development Talks“
Bonn, 26.02.2026 – Zum zweiten Mal fand gestern Abend auf Einladung der Stadt Bonn, der Staatskanzlei NRW sowie der internationalen Hilfsorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe die Veranstaltung „Bonn Humanitarian and Development Talks“ statt. Unter dem Thema „Entwicklungszusammenarbeit auf dem Prüfstand – Gemeinsame Perspektiven zwischen Stadt, Land und Zivilgesellschaft“ fanden sich namhafte Expert:innen der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) im Alten Rathaus der Stadt ein, um mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern über die Zukunft und Wahrnehmung der EZ zu diskutieren. Die Veranstaltung war mit 110 Gästen sehr gut besucht.
Eröffnet wurde der Abend durch den Bonner Oberbürgermeister Guido Déus, der vor allem die wichtige Rolle von Städten und Gemeinden in der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit betonte. So engagiert sich Bonn, neben seiner Rolle als UN-Stadt, bereits seit vielen Jahren in diesem Bereich und unterhält z. B. Partnerschaften mit Städten in Bolivien, Ghana, Usbekistan sowie seit drei Jahren gemeinsam mit Help zu Cherson in der Ukraine.
Anschließend diskutierten auf dem Podium Nathanael Liminski MdL, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes NRW und Chef der Staatskanzlei, Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge, Direktorin des German Institute of Development and Sustainability (IDOS), Birgit Pickel, Leiterin der Abteilung Afrika, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Vera Dwors vom Eine-Welt-Netz NRW. Moderiert wurde die Diskussion von Dr. Thorsten Klose-Zuber, Generalsekretär von Help – Hilfe zur Selbsthilfe.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Entwicklungszusammenarbeit heute wahrgenommen wird und welche gemeinsamen Wege Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gehen können, um ihre Legitimation wirksam zu stärken. „Raus aus der Defensive und besser erklären, was wir machen“, war Tenor der Diskussion. Denn die internationale Zusammenarbeit stärkt nicht nur die globale Ordnung und Solidarität, sondern sie wirkt auch in Deutschland in seiner Rolle als Migrationsland. Die EZ müsse daher selbstbewusster auftreten, mehr in entwicklungspolitische Bildung investieren und ihre Erfolge besser darstellen. Einig war man sich dabei aber auch, dass es angesichts der weltweiten Mittelkürzungen dringenden Reformbedarf in der EZ gibt, um die wenigen Mittel effektiver und fokussierter einzusetzen.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Besucherinnen und Besuchern, aber insbesondere bei der Stadt Bonn und der Staatskanzlei des Landes NRW für die tolle Organisation der Veranstaltung und freuen uns auf die Fortsetzung im nächsten Jahr.