Der Darfur –Konflikt im Westen des Sudans schwelt bereits seit mehreren Jahren. 2003 eskalierte die Situation, als regierungsgestützte Reitermilizen, die sogenannten Janjaweed, über die Dörfer der westsudanesichen Darfur-Region zogen, Häuser plünderten, die Felder zerstörten und das Vieh raubten. Am schlimmsten waren jedoch die Gräueltaten an der Bevölkerung. Die Milizen verschleppten, vergewaltigten und ermordeten Frauen, Männer und Kinder. So blieb den Überlebenden nur die Flucht in den Tschad.
Seit Mitte 2004 stellt Help nunmehr die Wasserversorgung für die rd. 13.000 sudanesischen Flüchtlinge im Lager Am Nabak im Tschad sicher. Eine Rückkehr dieser Menschen in ihre Heimatregionen ist nach wie vor nicht möglich. Sie müssen weiterhin im Flüchtlingslager ausharren und sind komplett von der Unterstützung durch Hilfsorganisationen wie Help abhängig.
Die Region des Tschad, in der sich das Lager befindet, verfügt kaum über Ressourcen (Wasser und Feuerholz). Die lokale Bevölkerung ist in einigen Campregionen versorgungstechnisch deutlich schlechter gestellt, als die Flüchtlinge. So gibt es inzwischen permanent Konflikte um die Ressourcen zwischen sudanesischen Flüchtlingen und der lokalen Bevölkerung. Help hat dieses Problem erkannt und beachtet es bei der Entwicklung seiner Projekte.
Bis ein anderer Standort für das Flüchtlingslager gefunden ist, muss die Wasserversorgung für das Lager aufrecht erhalten werden. Neubau und Rehabilitation von Brunnen sollen mehrere Probleme lösen. Die Wasserversorgung des Camps wird langfristig und vor allem flexibel gesichert. Zum anderen wird ein wichtiger Beitrag zur Versorgung der lokalen Bevölkerung geleistet. Ohne deutlichen Beitrag für die Gastbevölkerung wird sich eine sichere Versorgung der Flüchtlinge immer schwieriger gestalten.Die einheimische Bevölkerung ist auf dieselben Brunnen angewiesen und darf nicht schlechter gestellt sein, als die Flüchtlinge. Deshalb werden z. Zt. 5 alte Brunnen instandgesetzt und 5 neue gebohrt. Dieses Projekt wird aus Spendengeldern sowie durch Zuschüsse des Auswärtigen Amtes unterstützt.
Darüber hinaus hat Help seit März 2006 die gesamte Sanitär- und Gesundheitsvorsorge für Am Nabak übernommen. So stehen Latrinenbau, Hygienekurse, ganzheitlich gesundheitliche Aufklärung und Malariabekämpfung im Vordergrund. Das „European Commission Humanitarian Office“ (ECHO) ist hier unser finanzieller Partner.
Seit August 2006 laufen die Renovierungsarbeiten im OP-Bereich des Krankenhauses in Abéché auf Hochtouren. Das Regionalkrankenhaus ist das einzige, öffentliche Hospital mit chirurgischer Abteilung m Osten des Tschad und zugleich Referenzhospital für die Flüchtlingslager an der Grenze zum Darfur. Insgesamt hat es ein Einzugsgebiet von mehr als 2 Mio. Menschen. Knochenbrüche und Verletzungen können nicht adäquat behandelt werden. Einzige Alternative ist oft eine (vermeidbare) Amputation. Die Ausstattung für den OP-Bereich ist Ende Dezember 2006 im Tschad angekommen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung trägt die Kosten für Renovierung und Ausstattung.
Der Verein ZF Hilft wurde 2004 vom großen Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen gegründet. Seit Mitte 2008 unterstützt ZF Hilft mit Spenden aus Überstunden der Mitarbeiter und einem zusätzlichen Betrag der Konzernleitung die Wasserprojekte und medizinischen Hilfsprojekte von Help für Darfur-Flüchtlinge im Tschad mit 500.000 Euro. Damit ist dies die größte Einzelspende, die Help je erhalten hat. Das Geld wird vor allem für die Verbesserung unsere Wassersysteme im Flüchtlingslager Am Nabak, für die medinzinische Versorgung und landwirtschaftliche Kleinprojekte eingesetzt.