Aufgrund der andauernden Gewalttaten in Irak haben bisher rund 2,5 Millionen Menschen das Land verlassen. Mit ihren letzten Ersparnissen flüchteten sie in die Nachbarländer Syrien, Jordanien und Libanon. Allein in Syrien leben bereits 1,5 Millionen irakische Flüchtlinge unter schwierigen Bedingungen in den Vororten der Großstädte ohne Arbeit und Einkommen, mit völlig unzureichendem Zugang zu Wasser, Strom, Gesundheitsversorgung und Bildung. An eine Rückkehr in den Irak ist aufgrund der andauernden Gewalthandlungen nicht zu denken. Doch auch in Syrien sind die Flüchtlinge in einem ständigen Kampf ums Überleben. Es gibt keine Arbeitserlaubnis für sie und das bedeutet, dass bereits Kinder für illegale Arbeiten als Tagelöhner oder auf dem Bau, im schlimmsten Fall sogar in der Prostitution zur Ernährung der Familie beitragen müssen. Für die rund 250.000 irakischen Kinder und Jugendlichen zwischen sechs und 15 Jahren, die seit Jahren nur Krieg und Gewalt erlebt haben und traumatisiert sind, bedeutet das ein Leben ohne Zukunftschancen. Denn die syrischen Schulen sind bereits völlig überfüllt, eine Aufnahme der Flüchtlingskinder ist nicht möglich.
Konkret wurden durch geeignete bauliche Maßnahmen die existierenden Unterrichtsmöglichkeiten in zwei Schulen im ländlichen Damaskus verbessert und durch Erweiterungsbauten wurde zusätzlicher Schulraum geschaffen. Parallel hierzu wurden die sanitären Einrichtungen verbessert und die Trinkwasser- versorgung saniert. Schließlich wurden noch Schulmöbel repariert oder neu gekauft und die Schulkinder mit Sachausstattungen unterstützt. Die Hilfsmaßnahme erreichte indirekt 2.200 Familien bzw. etwas 15.000 Personen
Direkt erhielten 1.200 irakische und syrische Kinder durch die Rehabilitierung der bestehenden Schulen in Al-Bahdaliyah und al-Husseyniah (Schuldistrikt Al-Qunaytirah) eine wesentlich verbesserte und gesündere Schul-Infrastruktur und damit verbesserte Lehr- und Lernmöglichkeiten. Für weitere 1.000 Kinder, in der Mehrzahl irakische Flüchtlingskinder, wurde durch die Schulerweiterung um insgesamt 26 neue Klassenräume die Möglichkeit zum regelmäßigen Schulbesuch geschaffen.
Finanziert vom Auswärtigen Amt und NAK karitativ (dem Hilfswerk der Neuapostolischen Kirche) ermöglicht das Projekt Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Bildung und bietet damit eine wichtige Basis für eine bessere Zukunft.
Mit Hilfe des Auswärtigen Amtes, das 1,2 Mio. Euro zur Verfügung stellt, wird von Juni 2009 bis August 2010 unter anderem rund 350 irakischen Flüchtlingskindern Nachhilfe und Jugendlichen eine berufliche Grundausbildung angeboten, die ihnen nach ihrer Rückkehr in die Heimat Kleinstnebenerwerb in ausgewählten Bereichen ermöglicht. Auszubildende erhalten monatlich materielle Zuwendungen, die dazu hilft, einerseits die Notlage ihrer Familien zu lindern zum anderen aber auch das gefährliche Abdriften in Schwarzarbeit und Jugendkriminalität zu bremsen. So kann die illegale Kinder- und Jugendarbeit und die weitere Verelendung der Flüchtlingsfamilien eingedämmt werden. Weiterhin werden Baumaßnahmen an Schulen, die von Flüchtlingen besucht werden, durchgeführt.
Insgesamt werden von den Projektmaßnahmen etwa 3.000 Flüchtlinge Nutzen ziehen.
Das Projekt ist Teil eines Gesamtkonzepts von Help im Nahen Osten und leistet einen Beitrag zur Friedenssicherung und Krisenprävention, damit Menschen am Rande der Verelendung nicht Opfer radikaler Einflüsse werden.
Am 12. April 2010 war es soweit: Dr. Jokisch, stellvertretender deutscher Botschafter in Syrien eröffnete den Erweiterungsbau der „Ahmed Diab“ Schule in Saida Zainab, einem südlichen Vorort von Damaskus. Dieser Erweiterungsbau bietet Platz für 12 Klassenräume, zusätzliche Räume für das Personal und Verwaltung sowie moderne Sanitäranlagen. Außerdem installierte Help Wasserbehandlungsanlagen zur Sicherung von keimfreiem Trinkwasser und baute einen Pausenhof und einen kleinen Schulgarten. Die Schule soll irakische Flüchtlingskinder aus den völlig überfüllten, benachbarten Schulen aufnehmen.
Außerdem besuchte die Delegation der Deutschen Botschaft die grundauf sanierte “Nazieh Mondher” Schule in Jaramana, einem Stadtteil von Damaskus. Das Innere der “Nazieh Mondher” Schule wurde von Schülern, Eltern und Lehrern künstlerisch gestaltet. So wurde die Schule zu einem Gemeinschaftsprojekt.
65% der irakischen Flüchtlinge in Syrien leben in Jaramana und Saida Zainab, dem Aktionsfeld von Help.
Beide Projekte wurden durch das Auswärtige Amt finanziert.