Die Situation in Simbabwe hat sich leider auch in den letzten Monaten weiter verschlechtert. Der wirtschaftliche Abschwung hält an und die Inflation erreicht Ausmaße (letzte Zahlen sprechen von mehr als 231.000.000% (!)), welche ein Wirtschaften mit der lokalen Währung unmöglich machen. Zwar wird inzwischen einigen Geschäften im Land die Möglichkeit eingeräumt, ihre Waren gegen US-Dollar zu veräußern, die entsprechenden Preise sind jedoch derart hoch, dass sie für den Großteil der Bevölkerung unerschwinglich sind.
Hinzu kommt, dass das Klima im Land vor und während der Wahlen zum Parlament und zur Präsidentschaft von einer gewaltbereiten Stimmung in einigen Gegenden geprägt war. Berichten zufolge sind im Zuge der mit der Wahl zusammenhängenden Gewalt bis zu 200 Menschen zu Tode gekommen, mehrere Tausend wurden obdachlos oder sind aus Furcht vor Übergriffen aus den ländlichen Gegenden in die Städte geflohen. Darüber hinaus ist es zu Folterungen und anderen Misshandlungen gekommen, die die Bevölkerung weiter eingeschüchtert haben.
Die in die Städte geflüchteten Menschen verharren nunmehr in notdürftigen Übergangsunterkünften. Hygienische oder sanitäre Standards können dabei nicht mehr gewährleistet werden.
Ein Ende der politischen Sackgasse zeichnete sich zwar durch die Unterzeichnung eines Abkommens zwischen den großen Parteien ab, jedoch haben sich die Verhandlungsführer bereits bei der Verteilung der Ministerposten nicht einigen können. Der ehemalige Präsident Südafrikas, Thabo Mbeki, befindet sich nunmehr wieder im Land, um in den Verhandlungen zu vermitteln.
Während die Ausübung der Politik im Laufe der Verhandlungen gehemmt ist, wird die Situation im Land weiter dadurch verschärft, dass sich die Nahrungsmittelsituation ebenfalls weiter verschlimmert hat. Berichten des Welternährungsprogramms zufolge müssen aktuell mehr als 4 Mio. Menschen in Simbabwe mit Nahrungsmittelhilfe versorgt werden. Die lokalen Bestände an Mais und weiteren Grundnahrungsmitteln sind nahezu völlig aufgebraucht. Auch das verfügbare Aufkommen an Saatgut und Düngemittel kann den benötigten Bedarf in der Bevölkerung nicht annähernd decken. Viele Kleinbauern, welche willens sind, für ihr eigenes Aufkommen zu sorgen, erhalten schlichtweg nicht die notwendigen Ressourcen, um ihre Felder zu bestellen und Nahrungsmittel anzupflanzen.
So gilt es als sicher, dass auch nach der kommenden Ernte die Nahrungsmittel zu knapp und die Betroffenen auf Nothilfe angewiesen sein werden.
Auch die Ausbreitung von HIV/AIDS und ihre enormen wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Konsequenzen für die Bevölkerung tragen weiterhin zu einer Verschärfung der Lage bei. Jede Woche sterben zwischen 2.500 und 3.000 Menschen an AIDS und haben mittlerweile über 1,3 Millionen Waisenkinder hinterlassen (UNFPA). Die ohnehin schon weltweit geringste Lebenserwartung der simbabwischen Bevölkerung hat sich nach Angaben der UNFPA weiter reduziert und liegt nun bei 33,7 Jahren für Männer und bei 32,6 Jahren für Frauen.
Das staatliche Gesundheitssystem, welches sowieso schon an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gelangt ist, ist diesem Bedarf nicht mehr gewachsen, Medikamente sind sowohl in staatlichen Krankenhäusern und Gesundheitsstationen als auch in Apotheken kaum noch verfügbar. Simbabwe leidet bereits seit Jahren an einer chronischen Unterversorgung durch medizinisches Personal und Ausstattung jeder Art. Zudem wandert wegen der schlechten Bezahlung ein Großteil des medizinisch qualifizierten Personals ins Ausland ab.

Help – Hilfe zur Selbsthilfe ist auf verschiedenen Feldern in Simbabwe aktiv, um den notleidenden Menschen in der Bevölkerung die Hilfe zukommen zu lassen, die sie auf anderem Wege nicht bekommen können.
So versorgen wir landesweit verschiedene Krankenstationen mit Medikamenten und medizinischen Hilfsgütern, um zumindest den Zugang und die Verfügbarkeit zu medizinischer Versorgung gewährleisten zu können.
Daneben verteilen wir in unseren landwirtschaftlichen Projekten Saatgut und Düngemittel an die Bedürftigen, damit diese sich selbst versorgen und darüber hinaus eine Existenz aufbauen können. Ebenso tragen wir durch die Rehabilitierung von Bohrlöchern Sorge, dass die Wasserversorgung in den besonders trockenen Gebieten aufrecht erhalten werden kann; durch die Instandsetzung von so genannten „dip tanks“ welche zur Desinfizierung von Vieh genutzt werden, tragen wir ferner dazu bei, dass Kleinbauern auch weiterhin der Viehwirtschaft nachgehen können.
Schließlich versorgen wir auch jene, die sich im Moment nicht mehr selbst helfen können, mit Lebensmitteln, auf dass sich ihre körperliche Konstitution dahingehend bessert, dass sie wieder selbst für ihr Auskommen Sorge tragen können.