Bereits im November 2004 bahnte sich eine Hungersnot in Westafrika an und die Regierung Nigers bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Zu wenig Regenfälle und eine Heuschreckenplage führten zu erheblichen Ernteausfällen. Bis Juli 2005 spitzte sich die Lage weiter zu. In diesem Monat begann Help mit der Verteilung von Nahrungsmitteln in der Region Tillaberi, nördlich der Hauptstadt Niamey. So konnten kurzfristig rund 400.000 Familien versorgt werden.
Doch nach der Dürre ist die Not in Westafrika nicht beseitigt. So beträgt der Verdienst eines Familienvaters in Niger, der eine Großfamilie ernähren muss, nur etwa 17 Euro pro Monat. Das reicht kaum zum Überleben. Armut und Krankheit liegen in Westafrika dicht beieinander. Wird jemand krank, fehlt das Geld für eine Untersuchung oder Medikamente. Selbst wenn ein Arztbesuch für ein Kind nur einen Euro und für einen Erwachsenen zwei Euro kostet, ist diese Summe für die Menschen in Niger unbezahlbar. Deshalb sterben besonders Kinder und werdende oder stillenden Mütter an vermeidbaren Krankheiten.
In der Sahelzone stirbt jedes vierte Kind vor seinem fünften Geburtstag. Es fehlt an sauberem Trinkwasser und ausreichender Nahrung. Durchfall und Malaria führen unbehandelt fast immer zum Tod. Die meisten Geburten finden ohne medizinische Betreuung statt und so ist die Anzahl von Frauen und Babies, die bei der Geburt sterben, hier auch besonders hoch.
Mit Unterstützung der Generaldirektion für Humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO) sorgt Help bereits seit 2006 in Niger und, dank des großen Erfolgs seit 2008 auch im Nachbarland Burkina Faso, für eine kostenlose Gesundheitsversorgung von schwangeren und stillenden Müttern und Kindern unter fünf Jahren, die besonders auf medizinische Betreuung angewiesen sind. In den Departements Mayahi und Tera in Niger sowie Dori und Sebba in Burkina Faso erhalten 450.000 Kinder unter fünf Jahren sowie schwangere und stillende Mütter eine kostenlose Behandlung, Geburtshilfe und Nachsorge.
Damit schnelle Hilfe Leben rettet, werden auch die Krankentransporte und die Medikamente von Help finanziert. Vorsorgeprogramme sowie regelmäßige Kontrollen von Gewicht und Wachstum der Kleinkinder sorgen für nachhaltigen Erfolg. In den von Help betreuten Gebieten sinken Mütter- und Kindersterblichkeit kontinuierlich und die Behandlungsrate in den Gesundheitszentren steigt. "Unser Konzept geht auf und wird von den Menschen dankbar angenommen. Hemmschwellen sind durch Aufklärungsarbeit überwunden. Wichtig ist uns dabei die Zusammenarbeit mit den lokalen Gesundheitsbehörden. Denn unser Ziel ist es, die Projekte so schnell wie möglich in lokale Hände zu übergeben“, berichtet Help-Projektkoordinatorin Kristina Rauland aus Westafrika.
Die Ergebnisse beeindrucken auch unsere Kofinanzierungsgeber, und so konnte das Projektvolumen hier von 2008 auf 2009 um rund eine halbe Million Euro aufgestockt werden. Eine positive Nachricht für die Überlebenschancen der Kleinkinder und Frauen.
Zusätzlich hat Help in 2009 damit begonnen, der sich ausweitenden Unterernährung von Kindern in Niger entgegen zu wirken. Gemeinsam mit Unicef führt Help vor allem präventive Maßnahmen durch und fördert das exklusive Stillen von Kindern bis zum 6. Lebensmonat. Mit Informationsveranstaltungen zeigen wir, wie wichtig Impfungen, Vitamingaben, regelmäßige Gewichtskontrollen sowie Vermeidung und Behandlung von Durchfall-Erkrankungen für ein gesundes Wachstum sind.