Fluchtursachen bekämpfen - Der Motor der Selbstständigkeit in Serbien

© Aktion Deutschland Hilft/Zanettini
Help fördert Kleinunternehmer in Serbien


„Help – Hilfe zur Selbsthilfe“ engagiert sich seit 1999 in Serbien. Im Sinne der „Hilfe zur Selbsthilfe“ haben wir seitdem eine große Zahl an Projekten in den Bereichen humanitärer Hilfe und nachhaltiger Armutsbekämpfung erfolgreich umgesetzt.

Die Menschen vor Ort werden dabei stets in die wichtigsten Entscheidungsprozesse einbezogen, damit sie sich selbst aktiv für ihre Zukunft engagieren. Wir helfen ihnen bei der Gründung von Kleinunternehmen in den Bereichen Landwirtschaft, Dienstleistung und Handwerk – immer mit dem Ziel, dass die Unterstützten sich langfristig selbst versorgen. Neben der Bereitstellung von Startkapital, meist in Form von Materialien, führen wir mit den Unternehmern auch betriebswirtschaftliche Schulungen durch, damit ihre Geschäftsideen langfristig erfolgreich sind.

In den vergangenen Jahren haben wir über 5.000 Kleinunternehmer bei Existenzgründungen unterstützt. Wir verzeichnen dabei eine Erfolgsquote von 90 Prozent, d.h. die Kleinunternehmen existieren mindestens drei Jahre, der Großteil wesentlich länger. Alle von uns geförderten Menschen sind sozial und wirtschaftlich benachteiligt. Unsere Projekte wurden von der Bevölkerung in den Gemeinden stets angenommen, so dass wir regelmäßig von der lokalen Regierung unterstützt werden.


2015 sind 17.000 Menschen aus Serbien geflohen. Mit Hilfe von Existenzgründungen stabilisieren wir die Wirtschaft in Serbien. Wir bieten Einheimischen und Flüchtlingen die Möglichkeit ihre eigenen Unternehmen zu gründen und schaffen Arbeitsplätze, als eine unserer Initiative um Fluchtursachen zu bekämpfen.

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Der Hundesalon von Dragan ist eine Marktlücke
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Projektbesuch von Yasmin Smith und Timo Stegelmann (2. v. l.)
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Im Friseursalon Sloba in Pozarevac
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Konditorei Daca

Daliborka Radibojevic (40) ist alleinerziehende Mutter und lebt seit ihrer Kindheit in Pozarevac. Sie hat als Jugendliche den Konditorberuf erlernt und arbeitet inzwischen über 22 Jahre in ihrem Beruf. Aufgrund der instabilen Situation auf dem lokalen Arbeitsmarkt entschied sie sich ihren eigenen Konditoreibetrieb zu eröffnen. Dazu nutzte sie die Räume ihres Wohnhauses. Daliborka backt Kuchen, Torten und Kekse für die verschiedensten Anlässe und Kunden.

Zunächst lief das Geschäft schleppend, aber nach und nach sprach sich das gute Preis-Leistungs-Verhältnis der Konditorei herum. Schon bald stieß die Unternehmerin an ihre Grenzen, da es an Ausstattung mangelte. Mit der Unterstützung von Help konnte Daliborka ein professionelles Mixgerät anschaffen und damit ihren Absatz erheblich steigern. Mittlerweile hat sie zwei Angestellte, die sie in Vollzeit beschäftigt.

 

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Hundesalon Oops

Dragan Jevtic (30) lebt von klein auf in Pozarevac. Die Familie lebte bis 2015 von der kleinen Rente des Vaters. Dragan ist ein großer Hundeliebhaber und züchtet selbst Möpse. In Belgrad, wo er drei Jahre lang als Assistent in einem Hundesalon angestellt war, sammelte er erste Erfahrung in der Fell- und Krallenpflege.

Im vergangenen Jahr kehrte Dragan in seine Heimat zurück und erfuhr dort von der Start-Up-Hilfe von Help. Dragan wollte schon immer seinen eigenen Hundesalon eröffnen, was ihm im August letzten Jahres mit der Unterstützung von Help gelang. Er pachtete ein kleines Ladenlokal außerhalb des Stadtzentrums. Help unterstützte den Jungunternehmer mit der notwendigen Ausstattung wie Schertisch, Hundewanne, Scheren und Messer. Help finanzierte Dragan eine dreimonatige Fortbildung, die er erfolgreich als zertifizierter Hundefriseur abgeschlossen hat.   

Dragan traf mit seiner Geschäftsidee eine Marktlücke. Innerhalb kürzester Zeit war er ausgebucht. Inzwischen hat er so viele Aufträge, dass sein Bruder ihn unterstützt. Täglich kommen mindestens vier Hunde in den Salon; zu Stoßzeiten, wie vor Feiertagen wesentlich mehr. Durch Berichterstattungen in den regionalen Medien, hat sich sein Kundenkreis zusätzlich erweitert.

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Friseursalon Sloba

Lidija Mihajlovic (37) lebt mit ihrem Mann und vier Kindern im Haus ihrer Eltern in Pozarevac. Lidjas Mann hat 18 Jahre lang als Friseur in einem Salon gearbeitet, bis dieser schloss und er arbeitslos wurde. Die Roma-Familie lebte von sporadischen Einkünften durch saisonale Tätigkeiten, Gelegenheitsjobs und staatlichen Kinderzuschüssen.

Im Frühjahr 2015 erfuhr Lidija von der Help-Kleingewerbeförderung und reichte einen Business Plan für einen eigenen Friseursalon ein. Mit Erfolg: sie durchlief eine Friseurschulung und eröffnete im Juni ihr Geschäft. Help unterstützte den Salon Sloba mit der Anschaffung des nötigen Inventars wie Frisierstühle, Waschbecken, Rollwagen und Weiterem.
 
Das Geschäft läuft erfolgreich, täglich kommen neue Kunden hinzu. Heute kann das Paar eigenständig für die Familie sorgen und ist nicht mehr abhängig von externer Unterstützung.