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31. Januar 2010

Zurück in Ernas Haus. Ich wollte Famila, das kleine behinderte Mädchen besuchen. Ihr geht es heute nicht gut.

Es ist 17.00 Uhr – alle sind im Haus, bald wird es dämmern, da kann man nicht mehr draußen arbeiten. Auf der Veranda empfängt mich eine ungewöhnliche Szene. Slyvain Saviat hat eine Abendschule eingerichtet.

Ein zusammengefalteter Umzugskarton dient als Tafel. Papier drauf geklebt und schon kann der Unterricht beginnen. Heute ist Mathe dran.

Es ist weiterer Schritt zurück zur Normalität. „Es ist nicht viel, was ich bewirken kann.“, sagt Sylvain. „Aber wenigsten bringen wir so etwas Struktur in den Tagesablauf der Flüchtlingskinder, die bei uns leben. Und wer weiß schon, wann der normale Schulbetrieb wieder beginnt.“

Sylvain ist selber traumatisiert seit dem Beben. Er hat einen guten Freund verloren. „Natürlich hätte ich die Möglichkeit wieder nach Frankreich – nach Hause zurück zu kehren. Aber ich habe das Gefühl, hier mehr gebraucht zu werden. Also bin ich geblieben.“, erzählt er mir.