Ich habe mich gefragt, was ich heute schreiben soll: Es sind die vielen kleinenGeschichten, die in meinem Kopf herum schwirren, wie die Fliegen über dem Dreck an jederEcke.
Ein Eindruck ist da – er hat sich verfestigt: Die Fahrt durch einen der Marktplätze derStadt. Marktplatz – das mutet so abwegig an, bei den Bildern, die ich vor Augen habe. EinMarkt in Deutschland, das sind geordnete Reihen von Ständen…
Wir fahren also durch die Stadt. Im Radio läuft Michael Jackson,- sein Memorial Song –das Lied ist so friedlich, so ruhig. Dann plötzlich – wie aus heiterem Himmel, Stau.Massen von Haitianer. Alle drängen sich um das Auto. Der Fahrer fährt automatisch dieFenster hoch und schließt das Auto von innen ab. Reine Vorsichtsmaßnahme! Wir brauchensie nicht, aber irgendwie gibt es mir ein sicheres Gefühl.
Es ist Markt. Ja, Markt… Zwischen aufgetürmten Müllhalden, deren Gestank selbst durch dieKlimaanlage in den Wagen dringt. Markt – am Straßenrand, im Dreck, im aufgewirbeltenStaub der vorbei fahrenden Autos. Markt – hinter den Müllhalden, sind die Trümmer eineseingestürzten großen Gebäudes.
Markt ist aber auch: Hunderte von Menschen, die sich am Auto vorbeischlängeln, auf demWeg – wohin?
Und dann kommen wir an eine Kurve und alles löst sich auf in das normale Verkehrschaosauf den Straßen von Port au Prince – stop and go….