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25. Januar 2010

Am Samstag  ist das medizinische Team von HELP – Hilfe zur Selbsthilfe e.V. in Port au Prince eingetroffen. Prof. Dr. Volker Echtermeyer, Dr. Arsalan Asadi, David Schöpfer und Peter Zaparty haben ihren Urlaub den Verletzten in Haiti gewidmet. Sie wollen Verletzte behandeln und operieren, Teil der großen internationalen Helfergemeinde sein.

Schon heute hatten sie Gelegenheit dazu. Da war Patrick, ein vier Jahre altes Kind mit einer offenen Fingerfraktur, die sich zudem bereits entzündet hatte. Patrick hätte seinen Finger verloren, wenn das Team um Prof. Echtemeier nicht so schnell und flexibel gehandelt hätte. In Deutschland gibt es hierfür spezielle Schienen . Hier in Port au Prince fehlt es an allem, insbesondere jedoch an orthopädischem Spezialmaterial. Eine Kanüle, stark genug den Bruch zu stabilisieren, war die Lösung. Patricks Finger ist gerettet.

David Schöpfer erzählt mir eine andere Episode des heutigen Tages: Er ist Krankenpfleger und Rettungssanitäter. Gerade ist er im Begriff seine Fachausbildung zum Anästhesie- und Intensivpfleger zu machen. „Ich habe heute meine erste Narkose unter chaotischen Umständen gemacht. In Deutschland ist dies undenkbar.“, sagt er, „Hier ist es der Alltag. Die Kollegen vom belgischen Rettungsdienst tun dies jeden Tag.“ Durch sein unerschrockenes Handeln konnte ein sechzehnjähriges Mädchen mit einer komplizierten Unterschenkel- und Fußwunde behandelt werden.

Alle Mitglieder des medizinischen Notfallteams haben ihre eigene Geschichte. Dr. Arsalan Asadi erzählt: „Ich habe drei Kinder in Deutschland, die geweint haben, als ich das Haus verlassen habe. Ich habe ihnen erklärt, das ich den Menschen in Haiti helfen muss und ich bin so froh, dass wir mit HELP sofort arbeiten konnten.“

Für Prof. Echtermeyer waren es die Bedingungen unter denen gearbeitet wird: „Hier operieren die Kollegen unter freiem Himmel. Ein notdürftig abgesteckter und mit dünnem Paravent geschützter Ort wird zum Operationssaal für eine komplizierte, offene Oberschenkelfraktur.“ „Unvorstellbar in Deutschland“, fährt er fort und kann dabei nur ohnmächtig den Kopf schütteln.