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23. Januar 2010

Eine Woche sind wir schon in Port au Prince. Wir haben das Zeitgefühl schon lange verloren. Unsere Tage fangen um sechs Uhr morgens an und enden mit dem Versagen der Generatoren um elf oder zwölf in der Nacht.

Jeden Tag rumort die Erde. Seit dem großen Nachbeben von Mittwoch bin auch ich sensibilisiert und spüre die Wellen. Die haitianische Regierung hat die Menschen über Lautsprecher und Radio angewiesen, die nächsten zwei Monate draußen zu schlafen. Geologen haben eine 25%ige Chance für weitere starke Nachbeben bis zur Stärke sechs auf der Richterskala erhoben. Natürlich beunruhigt es mich. Andererseits: Die Wahrscheinlichkeit, auf einer deutschen Autobahn umzukommen ist viel höher.

Gestern sind noch 15 Menschen lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Supermarktes gerettet worden. Heute ist die Suche nach Überlebenden offiziell eingestellt worden. Schweres Räumgerät beherrscht nun das Bild in der Stadt.

Die schrecklichen Bilder der ersten Tage sind nicht einfach so wegzuwischen. Ich konzentriere mich auf die Hilfe für die Menschen. Jeden Tag sind wir draußen und organisieren den Transport von Hilfsgütern und den Einsatz der Help-Ärzte.

Das Leben in der Stadt kehrt sichtbar immer mehr zurück. Heute haben die Banken aufgemacht. Die Menschen tummeln sich an den Eingängen, wie alle hier brauchen sie Bargeld. Die Preise für die noch freiverfügbaren Lebensmittel sind in die Höhe geschnellt. Die wenigen Supermärkte, die noch funktionieren sind zwar geöffnet, jedoch werden die Waren immer knapper

Spenden per Überweisung

HELP - Hilfe zur Selbsthilfe
Konto 2 4000 3000
Commerzbank Köln
BLZ 370 800 40
Stichwort: Erdbeben Haiti

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