Pakistan – Der „langsame Tsunami“

Geschrieben von Axel Schmidt am 23. August 2010 | Abgelegt unter Nothilfe

Der Vergleich mit einem langsamen Tsunami ist gut gewählt, denn das Wort Tsunami ist seit dem Ereignis von Weihnachten 2004 im indischen Ozean mit einer ungeheuren Zerstörungsmacht verbunden.

zerstoerung Die Kraft der Zerstörung schiebt sich derzeit durch den südlichen Teil des Landes und so langsam wird hier im Mittellauf des Indus und seiner Nachbarflüsse das Ausmaß der Zerstörung deutlich.

Hier in dem Distrikt Nowshera, westlich der Hauptstadt Islamabad und etwa 30km östlich der Provinzhauptstadt Peshawar im Grenzgebiet zu Afghanistan hat das Desaster besonders schlimm gewütet.  In dieser Provinz wurden über 170 000 Häuser zerstört und fast 5 Millionen Menschen sind direkt betroffen.

schule Bei einem Rundgang in der Distriktstadt Nowshera wird mir sehr schnell die Zerstörungsgewalt klar. 94 Stunden stand das Wasser weit über dem Stand der jemals für möglich gehalten wurde.  Ich erkenne den Wasserhöchsstand  durch Schlammspuren an den Wänden. In einer Schule Nahe dem Kabulfluß stand das Wasser in der zweiten Etage 7 Meter über dem Boden. Ich spreche mit Menschen in den zerstörten Gebieten. Alle haben noch keine ausländischen Helfer gesehen, was auch mit der Größe des Katastrophengebiets zusammenhängt.

mann Ein älterer Familienvater kann seine Tränen kaum zurückhalten. Viele Menschen leben ohnehin am Existenzminimum oder oft auch unter der Armutsgrenze. Die Angst keine Zukunft mehr zu haben ist das größte Problem. Die acht mobilen Kliniken die am Montag ihre Arbeit in den Distrikten Nowshera und Charsadda aufnehmen werden, können viele Kranke versorgen aber psychologisch tun sie noch viel mehr: sie geben Hoffnung und zeigen den Menschen, dass sie NICHT allein gelassen werden. Es kommen sogar Menschen aus dem fernen Deutschland und nehmen Anteil an dem Leid der Menschen hier.

junge Help arbeitet erneut mit der pakistanischen NGO CAMP zusammen. Ich war schon letztes Jahr zum Ramadan hier um die Gesundheitsversorgung von fast 30.000 intern Vertriebenen aus dem Swattal auch zusammen mit CAMP zu verbessern. Die Zusammenarbeit mit CAMP war erfolgreich und ich habe einige Freunde hier gefunden mit denen ich seitdem Kontakt gehalten habe.

Die herzliche Gastfreundschaft, direkte Art, Ehrlichkeit und Professionalität schätze ich sehr bei den Mitarbeitern von CAMP.

Derzeit bemühen wir uns um Gelder für Verteilungen von Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs und probieren uns mit anderen Organisation zu vernetzen um noch effektiver helfen zu können…

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