Geschrieben von Harald Michalek am 1. März 2011
Abgelegt unter Allgemein, Gesundheit
Der Help-Landeskoordinator in Pakistan, Harald Michalek, hat dieser Tage unser vom Auswärtigen Amt gefördertes Gesundheitsprojekt in Pakistans Südwestprovinz Belutschistan kontrolliert. 7 mobile Kliniken und eine stationäre Zeltklinik leisten dort erste medizinische Notversorgung für über 115.000 Flutflüchtlinge. Darüber hinaus werden Hygienesets, Wasserkanister und Moskitonetze an 10,000 Familien verteilt und Hygieneschulungen durchgeführt. Hierfür flog er von Islamabad nach Sukkur, um von dort zusammen mit Tahir, dem Projektkoordinator der lokalen Help-Partnerorganisation CAMP, per Auto die Projektregion von Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V. aufzusuchen. Hier seine Eindrücke, die er während der Fahrt machte.
Der Aufenthalt im Grenzgebiet der pakistanischen Provinzen Sindh und Belutschistan ist nicht unproblematisch – dies bekamen wir bereits am Freitagabend unmittelbar nach unserer Landung in Sukkur zu spüren, wo uns ein junger, höflicher Mann des Inlandsgeheimdienstes stoppte, um unsere Personalien in einen knittrigen Notizblock einzutragen. Er trug das pakistanische Gewand, eine Jeansweste darüber, den unvermeidlichen Ring mit Stein und Gummisandalen, und war durch nichts von der übrigen Bevölkerung zu unterscheiden. Im Restaurant unseres Hotels in Sukkur trat, kaum, dass wir saßen, ein älterer Mann in Sandalen, Umhang und einer Polizeiweste auf uns zu. Er verwies auf die hohe Entführungsgefahr und legte uns eine Polizei-Eskorte nahe. Tahir war dies nicht einerlei. Er wirkte nervös. Wir bewirteten den freundlichen Polizisten mit einer Flasche 7Up.
Wem sich anvertrauen? Über unsere sehr aktive Projektkoordinatorin Dr. Naila, die gute Beziehungen zu mehreren Ministerien hat, wurden uns zuverlässige Eskorten vermittelt. Dr. Naila kam am nächsten Morgen selbst nach Sukkur, um uns zu begleiten. Nach Ausländern, selbst wenn sie tief im Auto sitzen, drehen man sich hier sogar auf dem Motorrad um.
Im Grenzgebiet zwischen den pakistanischen Provinzen Sindh und Belutschistan sah ich ausschließlich flache, landwirtschaftlich genutzte Gegenden, die im Sommer sehr heiß und trocken sein sollen. In Sukkur sollen in dieser Zeit Temperaturen bis zu 50 Grad im Schatten herrschen. Optisch gibt es kaum Unterschiede zwischen Sindh und Belutschistan, nur, dass Richtung Belutschistan die Vegetation ab- und karge Flächen zunehmen scheinen. Das südlicher liegende Sindh fiel mir durch seine Palmenwälder, in denen Herden schwarzer Büffel weideten, auf. So mag man sich Indien vorstellen.
Da uns die Eskorte drängte, schnell und ohne Stopps zu fahren, konnte ich kaum Fotos machen. Meist ging es in halsbrecherischer Geschwindigkeit über Dörfer und durch mit Eselskarren und Rikschas überfüllte Basarstraßen. Die Fahrer der Polizei-Toyota mit einem kastenförmigen Aufsatz für Schützen zeigten eindrucksvoll, wozu ein kräftiger Motor da ist. Unser Fahrer Sil im Toyota-Pickup tat sein Bestes, kam aber nicht immer nach.
Hier gehts zu Teil 2 des Pakistan-Berichtes.
Harald Michalek aus Leipzig ist Help-Landeskoordinator in Pakistan.
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