Geschrieben von Christoph Laufens am 29. März 2012
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Simbabwe ist auch drei Jahre nach Einführung der Regierung der nationalen Einheit noch immer von einem Klima der politischen Ungewissheit geprägt.
Die politischen Parteien streiten weiterhin über einen Termin für die nächsten abzuhaltenden Wahlen; der verfassungsgebende Prozess, ursprünglich einmal als Vorbedingung für Wahlen gesehen, ist hingegen noch nicht zu einem Abschluss gebracht. Während auf der politischen Ebene diskutiert wird, bleiben die Situation und die Lebensbedingungen für den Großteil der simbabwischen Bevölkerung weiterhin hart.
Düstere Ernteprognosen
Im Vergleich zur letzten landwirtschaftlichen Saison ist der Teil der angebauten Fläche um ca. 25% zurückgegangen, von diesen schon geminderten Anbauflächen müssen weitere 30% aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen bereits einige Wochen vor der Ernte als Totalausfall bezeichnet werden. Und auch die übrigen Flächen landwirtschaftlicher Produktion sehen in den meisten Gegenden des Landes nicht vielversprechend aus.
Dies führt insgesamt dazu, dass sich Simbabwe 2012 auch nach der Ernte einem Nahrungsmitteldefizit von ca. 1 Mio. Tonnen (pessimistischere Schätzungen gehen sogar von bis zu 1,5 Mio. Tonnen aus) gegenübersieht. Es steht noch abzuwarten, inwieweit die umliegenden Länder (Sambia, Malawi, Südafrika) in der Lage sein werden nach Simbabwe zu exportieren. Im Moment sind jedenfalls die Exporte aus diesen Ländern gestoppt, was in anderen Worten bedeutet, dass sich Simbabwe in einigen Wochen einer Hungersnot ausgesetzt sehen wird. Vor allem die verarmte Landbevölkerung wird dann nicht in der Lage sein, sich Lebensmittel zu beschaffen. Und selbst in den Städten sind viele Menschen bereits jetzt schon nicht mehr in der Lage, die horrenden Preise für Lebensmittel zu zahlen.
Zugang zu Wasser ist problematisch
Neben der schwierigen Situation im Nahrungsmittelbereich sind auch in den Bereichen Gesundheit und Wasser noch gravierende Missstände zu verzeichnen. Viele Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, in den Städten kommt es immer wieder zu Ausbrüchen von Cholera und Thyphusfieber-Erkrankungen, die wegen des maroden Gesundheitssystems vermeidbar viele Menschenleben kosten.
Help engagiert sich in Simbabwe nicht nur im Bereich Ernährungssicherheit, sondern arbeitet auch an der Rehabilitierung der Wasserversorgung und des Gesundheitssystems Simbabwes mit. Seit kurzem ist Help zudem in der Förderung von Kleinstunternehmen aktiv, um über die Unterstützung von Gewerbetreibenden Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen, welche die Begünstigten nachhaltig aus ihrer Armut befreien können.
Lesen Sie mehr über Helps Arbeit in Simbabwe auf unserer Webseite: Länderseite und Projektseiten Simbabwe. In den kommenden Wochen werden die Projektseiten zu Simbabwe laufend aktualisiert und ausgebaut.
Christoph Laufens, 34 Jahre, arbeitet seit 2005 für Help – Hilfe zur Selbsthilfe. Er ist ursprünglich Jurist und hat einen Master of Peace and Security Studies (MPS). Für Help arbeitete er in Simbabwe, Indonesien und Myanmar.
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