Geschrieben von Birgitte Schulze am 20. Mai 2011
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Mein weiteres Programm führt mich zu einem Waisenhaus. 67 Kinder, Mädchen und Jungs, leben hier und sind entweder Voll- oder Halbwaise. Es sind Schulferien, aber kein Kind wurde von seiner Familie abgeholt, um wenigstens ein paar Tage dort zu verbringen. Die Familien können sich keinen zusätzlichen „Esser“ leisten. Liebevoll kümmern sich freiwillige Helfer um die Waisen. Ich schäme mich fast, wenn ich an meine Kinder denke, denen es an nichts fehlt. Hier fehlt es an allem, ich sehe hergerichtete Teller für eine Zwischenmahlzeit: Trockenes Brot.
Help versucht im Rahmen eines vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit geförderten Projektes die Not mit monatlichen Nahrungsmittellieferungen ein wenig zu lindern. Der an die Küche grenzende Vorratsraum hat noch viel Platz. Ich sehe lediglich das Maismehl, Öl, Salz und die Bohnen, die sie von uns erhalten. Doch es beschwert sich keiner, sondern mit dem Wenigen, was sie haben, versuchen sie den Kindern ein zu Hause zu geben. Ich denke an die vielen Spielsachen, die auf meinem Speicher verstauben, während die Kinder mit einem platten Fußball spielen. Die etwa 30 Mädchen müssen sich einen großen Schlafraum und zu zweit ein Bett teilen. Die Wasserversorgung ist marode und müsste dringend repariert werden, doch dazu fehlt das Geld. Mit dem Verkauf von Hühnern, Eiern und Gemüse versucht das Waisenhaus ein wenig Einkommen zu erzielen.
Mein letzter Besuch während dieser Reise führt mich in den Distrikt Centenary. Dort arbeiten wir seit vielen Jahren und versuchen auf vielfältiger Weise die Lebensbedingungen der dort lebenden Menschen zu verbessern. Neben der Ausstattung von ländlichen Kliniken mit Medikamenten und medizinischem Material führt Help dort ein Ernährungssicherungsprogramm durch. 2.000 Familien werden mit standortgerechtem Saatgut, Dünger, Süßkartoffelsetzlingen und einem intensiven Training unterstützt. Die diesjährige Ernte wird unterschiedlich ausfallen. Die Regenfälle waren auch hier schlecht verteilt, so dass mit Einbußen zu rechnen ist. Endgültige Ergebnisse werden erst in ein paar Wochen vorliegen. Aus meinen Gesprächen mit den dort lebenden Menschen, jedoch, lässt sich ableiten, dass die Ernte nicht zur Ernährungssicherung reichen wird. Zusätzlich haben Schädlinge einen Teil der Ernte aufgefressen. Für viele Menschen bedeutet dies, dass sie Mühe haben werden, ihre tägliche Ernährung bis zur nächsten Ernte zu sichern. Dies führt dazu, dass sie ihr zurückbehaltenes Saatgut für die nächste Pflanzperiode u.U. verzehren werden und auch im nächsten Jahr Unterstützung brauchen werden.
Ich fahre nach Harare zurück, von wo ich nach Deutschland zurückkehren werde.
Hier geht zum Teil 1 des Berichtes.
Birgitte Schulze arbeitet seit 20 Jahren für Help und betreut seit 1992 die Projekte von Help in Simbabwe.
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